Polit-Disput um Ausbau der Bahnstrecke im Gölsental. SP-Klos will Bau des Bahnhofs Bernreit vorziehen, VP-Bader verweist auf Vertrag mit ÖBB und Land.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:21)
Vizebürgermeister und Bahnnutzer Andreas Klos fordert rasch einen 30-Minuten-Takt auf der Strecke zwischen Traisen und Hainfeld.
privat

Mit dem Informationsschreiben der „ÖBB INFRA“ wurde die Bevölkerung des Gölsentales in Kenntnis gesetzt, dass die Bahnlinie zwischen Traisen und Hainfeld von 4. Juli bis 6. September aufgrund von Bau- und Sanierungsarbeiten gesperrt ist. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.

„Dass diese Arbeiten an den Gleisanlagen und Unterbau unbedingt erforderlich sind, ist unbestritten“, stellt Hainfelds Vizebürgermeister Andreas Klos (SP), selbst Pendler auf dieser Strecke, fest. Für die Stadt Hainfeld ist jedoch, meint er, „äußerst bedauerlich, dass im Zuge dieser Streckensperre nicht gleichzeitig die notwendige und schon mehrmals zugesicherte Errichtung einer Ausweiche im Bereich Rainfeld-St. Veit gebaut wird“. Damit könnte im Gölsental – so wie am Schrambacher Ast – der längst überfällige Halbstundentakt realisiert werden. „Laut unzähligen Anfragen aus der Bevölkerung ist diese Maßnahme die vordringlichste Angelegenheit“, weiß er. Daher appelliert er an die Verantwortlichen der ÖBB sowie bei Land und Verkehrsministerium, diese Streckensperre gleich für die Umsetzung dieser Maßnahme zu nützen. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember könnte dann der Halbstundentakt realisiert werden.

„Ich stimme mit dem Dichterfürsten Goethe überein, der da meint: Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein fehlt mir der Glaube!“ Johann Gastegger, Bürgermeister St. Veit

Dessen Einführung ist eine langjährige Forderung der betroffenen Gölsental-Gemeinden. Das bestätigt St. Veits Bürgermeister Johann Gastegger (SP). „Die Sanierungsarbeiten sind zu begrüßen, können aber nur ein erster Schritt sein“, sagt er. Die Ausweichstrecke im Bereich der Bahnhaltestelle Rainfeld-Kleinzell sollte endlich realisiert werden. „Ebenso wurde uns die Elektrifizierung auf dieser Strecke wieder in Aussicht gestellt. Auch hier sollte die Umsetzung vorangetrieben werden“, erinnert er und ätzt: „Ich stimme mit dem Dichterfürsten Goethe überein, der da meint: Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein fehlt mir der Glaube!“ Die Kritik seiner SP-Kollegen kann Rohrbachs VP-Ortschef Karl Bader nur bedingt nachvollziehen: „Hinsichtlich der Ausweiche und dem wichtigen Halbstundentakt gibt es eine klare Vereinbarung zwischen Land und ÖBB, wobei diese Maßnahme einen Zeitplan beinhaltet. Ein Vizebürgermeister sollte wissen, dass in einem Rechtsstaat bei Bauverfahren zunächst eine Planung erforderlich ist.“ Diese soll heuer abgeschlossen werden. Danach würden die Bewilligungsverfahren durchgeführt. „Wenn man nur plant, sollte es irgendwann in die Umsetzungsphase übergehen“, kontert Klos.

„Die Ausweiche ist als Bahnhof Bernreit Bestandteil des Regionalbahnkonzeptes für die Strecken Hainfeld-Traisen-St. Pölten bzw. Freiland-Traisen vorgesehen. Sie soll im Zuge der Elektrifizierung der Strecke umgesetzt werden. Eine Inbetriebnahme ist nach heutigem Stand für 2026 vorgesehen“, informiert dazu Juliane Pammer von der ÖBB-Kommunikaktion.

Umfrage beendet

  • Wollt ihr einen 30-Minuten-Takt auf der Bahnstrecke zwischen Traisen und Hainfeld?