Polizei ist bei Kriminalstatistik top. Weniger Einbrüche gab es im Vorjahr im Bezirk und mehr Drogendelikte wurden geklärt. Rückgang bei Gewaltdelikten. Die Zahl ausländischer Straftäter ist gestiegen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 14. Mai 2019 (04:14)
NOEN, Wohlmann
60 Prozent Aufklärungsquote: Michael Hochgerner kann zufrieden sein.

Ein Minus an Anzeigen und ein Plus an Klärungen: So präsentiert sich die Kriminalstatistik des Bezirks für 2018. 875 Delikte (2017: 1.043 Delikte) wurden angezeigt, davon 60 Prozent (2017: 59,5 Prozent) geklärt.

Der Bezirk Lilienfeld liegt mit seinen polizeilichen Erfolgen somit deutlich über dem niederösterreichischen Landesschnitt (53,6 Prozent). „Das ist der Spitzenwert der letzten zehn Jahre“, ist Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner zufrieden.

Die einzelnen Bereiche der Statistik im Detail:

Weniger Einbrüche: Deutlich rückläufig sind die strafbaren Handlungen gegen fremdes Vermögen, also Einbruch und Diebstahl. Wurden 2017 noch 610 Delikte angezeigt, waren es im Vorjahr nur noch 465 Straftaten, von denen schon 154 geklärt sind. „Hier machen sich unsere operativen Maßnahmen im Kriminaldienst bemerkbar“, erklärt Hochgerner.

Drogen sichergestellt: Durch gezielte Überwachung an neuralgischen Punkten konnten Abnehmer ausgeforscht werden. Bei angeordneten Hausdurchsuchungen stellte die Polizei im Vorjahr 1.078 Gramm Cannabiskraut, drei Gramm Cannabisharz und zwei Gramm Chrystal Meths sicher.

Gewalt-, Sexualdelikte und Freiheitsentziehung: Einen Rückgang von minus 12,6 Prozent an Anzeigen gibt es bei Gewaltdelikten. Leicht gestiegen von elf auf 16 Vorfälle sind die Anzeigen bei strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung. Von 57 auf 68 Delikte erhöht haben sich strafbare Handlungen gegen die Freiheit, wie die Nötigung.

Mehr ausländische Täter: Die Zahl der ausländischen Straftäter ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. Waren es 2008 insgesamt 518 fremde Straftäter, wurden 2018 612 Nicht-Österreicher angezeigt. Höchstwert war 2013 mit 662 Tätern nicht-österreichischer Herkunft.

Sicherheitsverdienstpreis: Der Lilienfelder Kriminalbeamte Josef Eigelsreiter konnte in akribischer Arbeit eine bezirksübergreifende Einbruchsserie klären. Dafür wurde er mit dem NÖ Sicherheitsverdienstpreis geehrt.

Keine Scheu vor Polizei: Hochgerner betont, wie maßgeblich es ist, „dass Bürger verdächtige Wahrnehmungen umgehend anzeigen“. Als Vorzeigebeispiel erinnert er sich an einen aufmerksamen Bürger, der zwei verdächtige Personen in Wiesenfeld wahrnahm. „Bei einer polizeilichen Überprüfung stellte sich dann heraus, dass gegen einen der beiden eine Festnahmeanordnung bestand“, sagt er.