Schulen informieren noch analog. Mitteilungsheft hat im Bezirk noch nicht ausgedient. Schüler untereinander verwenden WhatsApp.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 27. November 2018 (03:32)
APA (Symbolbild)

WhatsApp. Facebook, Instagram – soziale Medien haben längt den Weg in den Alltag der Bewohner im Bezirk Lilienfeld gefunden. Erst kürzlich gab der Landesschulrat den Informationserlass „Digitale Grundbildung und Einsatz von Social Media Software“ heraus. Der empfiehlt, die Schul-Kommunaktion über eine eigene Software abzuwickeln, anstatt über WhatsApp.

An den Schulen im Bezirk wird die Richtlinie akzeptiert, aber mit gemischten Gefühlen gesehen. „Bislang wurde zwischen Schülern und Lehrern über E-Mail oder WhatsApp kommuniziert. Jetzt wurden Gruppen, in denen Klassenvorstände Mitglieder waren, gelöscht“, so die Schulsprecherin der HLW Türnitz, Theresa Mayrhofer. Reine Schüler-Whats App-Gruppen gebe es weiterhin. „Es ist notwendig, dass die neue Software nutzerfreundlich, praktisch zu handhaben und ansprechend für Schüler ist“, führt Mayrhofer aus.

Weil WhatsApp eine Altersbeschränkung aufweist, ist es im BG/BRG Lilienfeld nicht einsetzbar. Dort bekommt jeder Schüler eine E-Mailadresse, über die die schulische Kommunikation abgewickelt wird. „Wir verwenden auch noch klassische Kommunikation über das Mitteilungsheft“, so Direktor Josef Heindl. Auch bei Martin Simader an der Mittelschule Lilienfeld stehen analoge Mitteilungen noch Hoch im Kurs.

„Persönliche Mitteilungen sorgen für eine gute schulpartnerschaftliche Zusammenarbeit“, so der Direktor. Auch die Software „Schoolfox“ ist im Einsatz. Aber auch dabei werde größter Wert darauf gelegt, dass sensible Daten im öffentlichen Raum nichts verloren haben. „Nur die Schüler untereinander kommunizieren mit WhatsApp“, sagt Johann Atzinger, Schulleiter der Landesberufsschule Lilienfeld. Für schulische Belange werde das Handy nicht verwendet. In der Mittelschule Traisen wird noch mit dem Mitteilungsheft gearbeitet, wenn die Schule mit den Eltern kommuniziert. „Eltern untereinander haben schon WhatsApp-Gruppen“, so Elternvereinsobfrau Stefanie Haiden.

„Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema“

Um in der Freizeit bestens für die digitale Welt gerüstet zu sein, steht das Thema auf dem Lehrplan. „Medienkompetenz ist ein sehr wichtiges und zukunftsweisendes Thema“, betont der Direktor der Mittelschule Lilienfeld, Martin Simader. Neben dem verpflichtenden Fach „Digitale Grundbildung“ in der 5. und 6. Schulstufe gibt es dort zusätzlich „Digitale Kompetenz“ in der 7. und 8. Schulstufe. „Es ist auch wichtig, Inhalte der Medienkompetenz fächerübergreifend einzubauen“, so Simader. Von der Wichtigkeit dieser Lehrinhalte ist auch Gym-Direktor Josef Heindl überzeugt: „Der Umgang mit sozialen Medien will und muss gelernt werden. Der falsche Umgang kann zu Cybermobbing führen.“

Umfrage beendet

  • Ist ein Social-Media-Verbot an Schulen sinnvoll?