Sommerhalbzeit 2020: Badewetter lässt auf sich warten. Besucherzahlen der Bäder im Bezirk Lilienfeld hinken bisher den Vorjahren hinterher.

Von Nadja Straubinger und Gabi Zeller. Erstellt am 05. August 2020 (04:04)

Erst die Corona-Pandemie und dann das instabile Wetter: Badbetreiber und Badebuffets haben heuer mit allerlei Herausforderungen zu kämpfen. Die NÖN hat sich im Bezirk Lilienfeld umgehört und zieht Bilanz über die Sommerhalbzeit.

„Im Juni und Anfang Juli hatten wir wetterbedingt wenig Betrieb. Jetzt wird das Bad stark frequentiert“, berichtet Lilienfelds Bürgermeister Wolfgang Labenbacher. Allerdings laufe es laut Bademeister Alexander Ratzinger im Moment optimal. 400 Personen dürfen gleichzeitig ins Bad, maximal 50 Personen gleichzeitig ins Becken. „Wir achten gut darauf, dass die Beschränkungen eingehalten werden, die Leute sind aber auch sehr diszipliniert“, erklärt Ratzinger. Unterstützt wird Ratzinger bei der Kontrolle der Einhaltung der Corona-Regeln in dieser Saison von einer Frau über die AMS-Aktion 50 Plus. Bei Engstellen, wie etwa in den Umkleiden, wurde eine Einbahnregelung eingeführt. Auch im Badbuffet hat sich die Einbahnregelung mittlerweile bewährt. „Wir haben vor dem Buffet auch Linien zur Orientierung für den richtigen Abstand aufgebracht“, erklärt Wirt Toni „Uhu“ Unterhuber. Außerdem montierte er große Plexiglas-Scheiben bei der Essensausgabe, damit es auch hier zu keinem direkten Kontakt mit den Kunden kommen kann.

In der Stadt Hainfeld zählt man bisher 37 Badetage. „Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das wenig. Es ist heuer sehr verregnet“, berichtet Thomas Schweiger. An den Badetagen wurden 1.500 Eintritte mit Saisonkarten verzeichnet, 600 Tageskarten, 620 Halbtageskarten und 590 Kurzzeitkarten gelöst. Auch in Hainfeld halten sich die Besucher diszipliniert an die Bestimmungen. „In den engeren Bereichen werden Masken getragen. Wir überprüfen das auch. Bisher läuft aber alles gut“, sagt Schweiger. Gleichzeitig dürfen sich 200 Personen am Badeareal aufhalten und maximal 46 dürfen ins Becken. „Wir haben schon an ein paar Tagen die maximale Zahl erreicht, dann mussten die Besucher warten, bis jemand das Bad verlässt“, führt Schweiger aus. Jetzt hofft er auf stabileres Wetter im August.

Auch in Hohenberg ist laut Amtsleiterin Nina Enne das Manko eher das Wetter. „Es ist zum Teil fast herbstlich und lange nass“, sagt sie. 67 Personen dürfen gleichzeitig ins Wasser. Bisher gab es damit in Hohenberg noch keine Probleme. Auch die Maximalzahl der Besucher wurde bisher nicht erreicht. „Unsere Areal ist sehr weitläufig, da hatten wir bisher keine Probleme und die Leute halten von sich aus Abstand“, weiß die Amtsleiterin.

Verunsicherung durch Covid-19 ist groß

Dass die Leute durch Covid-19 verunsichert sind, stellt Karl-Heinz Wieland vom Naturschwimmbad in Türnitz fest. Die Gäste seien in Bezug auf die Abstandsregeln sehr diszipliniert. Die Anzahl der erlaubten Gäste in den Becken wurde angeschrieben. „An Tagen, an denen wir sehr großen Andrang erwarten, haben wir ein zusätzliches Ticketsystem eingeführt, um die Besucheranzahl zu beschränken“, so Wieland. Außerdem wurden heuer keine Saisonkarten verkauft. Um mehr Wasserfläche zur Verfügung zu haben, wurden der Sprungturm und das Kletternetz im kleinen Becken gesperrt. „Desinfektionsmittelspender, spezielle Seife mit Desinfektionsmittel und Bodenmarkierungen helfen zusätzlich. Die Eigenverantwortung der Badegäste ist trotzdem unverzichtbar“, hebt Wieland hervor.

2.261 Besucher an 36 Badetagen zählte das St. Aegyder Göllerbad mit Stand Ende Juli. „Das Bad ist heuer trotz des wettermäßig sehr durchwachsenen Sommers sehr gut besucht – und auch die Corona bedingten Abstände werden sehr diszipliniert eingehalten. Leider mussten sämtliche geplante Badevents aufgrund der Pandemiezahlen abgesagt werden, da man kein unnötiges Risiko eingehen möchte“, bilanziert Bürgermeister Karl Oysmüller. Der große Besucherzuspruch sei ein weiterer Ansporn für die Gemeinde, das in die Jahre gekommene und mit großem Wasserverlust kämpfende Göllerbad mit allen Mitteln zu erhalten. „Das Publikum ist bunt gemischt – einheimische Besucher, aber auch viele Urlauber, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, aber auch Radfahrer, die, bevor sie den Traisental-Radweg befahren, noch Abkühlung suchen“, berichtet Bademeisterin Helga Brandtner, welche auch das Badbuffet betreut. 220 Besucher dürfen gleichzeitig ins Bad in St. Aegyd. „Bisher gab es damit noch keine Probleme. Letzte Woche hatten wir heuer erstmals 170 Besucher“, sagt Brandtner, die auch betont, dass die Leute in Eigenverantwortung Abstand halten.

Nicht gebadet werden kann heuer in Ramsau . Nach dem Lockdown wurde das Gasthaus Gruber nicht mehr eröffnet. Laut Roman Gruber bleiben dieses und das Bad bis auf Weiteres geschlossen.

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