Oktoberfest in Traisen ist auf Schiene. Familie Bauer will Großveranstaltung an den kommenden zwei Wochenenden durchziehen. Ob Advent in Lilienfeld stattfindet, ist noch offen.

Von Teresa Lobinger, Markus Zauner und Gila Wohlmann. Erstellt am 15. September 2021 (04:28)
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Gerhard und Kevin Bauer (von links) wollen das Traisner Oktoberfest planmäßig im Eventstadl abhalten.
privat

Die erste Großveranstaltung, die unter den verschärften Corona-Maßnahmen stattfinden soll, ist das Traisner Oktoberfest von 23. bis 26. September sowie von 1. bis 3. Oktober. Und die Familie Bauer will das Event durchziehen. „Es wird alles nach Plan durchgeführt. Wir werden das Fest nach jenen Regeln abhalten, die dann gerade aktuell von der Regierung vorgegeben sind. Wir sind auf alle Verordnungen vorbereitet“, versichert Kevin Bauer.

Künstler haben keine abgesagt, auch der Kartenverkauf laufe weiter gut. „Zuerst haben wir die Karten nach der 3G-Regel verkauft, also genesen, geimpft oder getestet. Es gelten aber nur PCR-Tests, keine Haustests. Aus aktueller Sicht verkaufen wir sie nach der jeweils aktuell geltenden Verordnung. Bislang hat keiner eine Karte zurückgegeben“, präzisiert Kevin Bauer.

Präventionskonzept bereits vorgelegt

Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller bestätigt, mit der Familie Bauer im gegenseitigen Austausch zu stehen, der Behörde sei auch bereits ein Präventionskonzept hinsichtlich der Abhaltung des Traisner Oktoberfestes vorgelegt worden. „Der neue Verordnungstext muss aber abgewartet werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann“, betont Kemetmüller.

Dass die derzeitige Situation für Veranstalter grundsätzlich eine sehr schwierige ist, müsse man wohl nicht näher erklären, bestätigt Thomas Gravogl, Stadtrat in Lilienfeld und Obmann des Vereins „Advent in Lilienfeld“. „Eine langfristige Planung ist unmöglich. Normalerweise versuchen wir unser Programm für den Advent in Lilienfeld vor dem Sommer zu fixieren, letztes Jahr mussten wir unsere Veranstaltung gänzlich absagen. Für heuer haben wir uns vorgenommen, zumindest kurzfristig, sofern möglich, eine ,Light-Version‘ auf die Beine zu stellen“, informiert Thomas Gravogl.

„Wir werden das Fest nach jenen Regeln abhalten, die dann gerade aktuell von der Regierung vorgegeben sind.“ Kevin Bauer über das Traisner Oktoberfest

Es werde kein Kunsthandwerksmarkt stattfinden, denn die räumliche Situation im Cellarium des Stiftes Lilienfeld lasse dies nicht zu. Und Thomas Gravogl spricht noch einen weiteren Punkt an, der vor allem Veranstaltungen von Vereinen betrifft: „Selbst wenn es unter klaren Voraussetzungen rechtlich möglich wäre, ist es für uns ein zu hohes Risiko. Als Verein sind wir mit unserem ehrenamtlichen Personal am Limit. Ganztägig Personal für Eintrittskontrollen und so weiter bereitzustellen, ist uns leider nicht möglich.“ Auch die Aussteller beim Advent in Lilienfeld brauchen Klarheit, da sie natürlich Vorlaufzeit benötigen, um entsprechend zu produzieren.

„Was das Konzertprogramm angeht, hatten wir für den Samstagabend bereits im Jänner einen Hauptact fixiert, im Moment sieht es so aus, dass dessen gesamte Tour auch heuer wieder ausfallen muss“, befürchtet der Obmann des Vereins „Advent in Lilienfeld“.

Veranstalter müssten natürlich mit einer gewissen Auslastung kalkulieren. „Und wenn man nicht weiß, wie groß die Personengruppe ist, die eventuell in zwei Monaten eine geplante Veranstaltung besuchen kann, ist das Risiko natürlich sehr groß“, weiß Gravogl. Zwar sei der Verein in der glücklichen Lage, nicht wirtschaftlich von der Advent-Veranstaltung abhängig zu sein.

„Aber die Lage für alle Beschäftigten im Veranstaltungsbereich bleibt angespannt, die Zeitspanne, in der über den Sommer gearbeitet werden konnte, war kurz. Natürlich bleibt die Hoffnung, dass Veranstaltungen auch über den Sommer hinaus für professionelle Veranstalter unter annehmbaren Verhältnissen weiterhin über die Bühne gehen können. Aber man muss wohl damit rechnen, dass die Zahlen im Herbst wieder steigen werden“, zeigt sich Gravogl realistisch.

„Aber die Lage für alle Beschäftigten im Veranstaltungsbereich bleibt angespannt, die Zeitspanne, in der über den Sommer gearbeitet werden konnte, war kurz"

Zu gegebener Zeit werden für den Advent in Lilienfeld die damit verbundenen Maßnahmen neu bewertet. „Und dann entscheiden wir, in welcher Form eine Veranstaltung für uns als Verein unter den gegebenen personellen und räumlichen Verhältnissen sinnvoll und möglich ist“, beschreibt Gravogl die Planung.

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