Über 70 Prozent mehr Jobsuchende. 1.278 Personen im Bezirk Lilienfeld sind arbeitslos gemeldet. 296 Anträge auf Kurzarbeit für Betriebe wurden schon genehmigt.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 15. Mai 2020 (03:19)
Auf Hochtouren arbeitet das Team um Margareta Selch in der Coronakrise.
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Covid-19 ist eine starke Belastung für den Arbeitsmarkt hierzulande. Das zeigt die aktuelle Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) Lilienfeld für April. 1.278 Personen, davon 586 Frauen und 692 Männer, waren gemeldet. Damit ist die Zahl der Jobsuchenden im Vergleich zum Vorjahr um 541 Personen gestiegen. Das ist es sattes Plus von 73,4 Prozent. Der Wert liegt auch über dem niederösterreichischen Durchschnitt von 69,8 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber 2019 betrifft Frauen und Männer in etwa gleichem Ausmaß und alle Altersgruppen. „Allerdings ist er bei den Jugendlichen mit plus 135,5 Prozent deutlich stärker als bei den Älteren über 50 mit einem Plus von 60,3 Prozent“, informiert die Lilienfelder AMS-Geschäftsstellenleiterin Margareta Selch. Nach Branchen zeigten sich die größten Erhöhungen im Verkehrswesen (+97,1 Prozent), in der Beherbergung sowie Gastronomie (+96,3 Prozent), im Bauwesen (+90,2 Prozent) und in der Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (59,1 Prozent).

„Wie dramatisch die Arbeitsmarktlage wirklich ist, zeigt sich bei der Inanspruchnahme der Kurzarbeit“, sagt die AMS-Chefin. Seit Mitte März wurden 296 Anträge auf Kurzarbeit für Lilienfelder Betriebe genehmigt. „Mit diesem Instrument sichert das AMS Lilienfeld 3.220 Arbeitsplätze in Unternehmen des Bezirks“, betont sie. Kurzarbeit ist für die Unternehmen ein Weg, Lohnkosten aufgrund behördlicher Einschränkungen oder zurückgehenden Arbeitsanfalls wegen des Coronavirus sozial verträglich zu verringern. „Mit einer Coronavirus-Kurzarbeit können Kosten reduziert, Einkommen gesichert, Arbeitslosigkeit verhindert und gleichzeitig Personal für die Zeit nach der Krise gehalten werden“, erklärt Margareta Selch.

„Wie dramatisch die Arbeitsmarktlage wirklich ist, zeigt sich bei der Inanspruchnahme der Kurzarbeit“,

Massiv eingebrochen ist ebenfalls der Stellenmarkt. Ein Minus von 89,4 Prozent verzeichnet der Stellenzugang, um hundert Prozent sind die offenen Lehrstellen zurückgegangen. Drastisch weniger ist auch der Bestand an freien Jobmöglichkeiten mit minus 39,6 Prozent.

Enorm ist zudem die Belastung für das Team des AMS Lilienfeld. „Wir arbeiten seit Wochen auf Hochtouren an der Existenzsicherung der Menschen und Unternehmen in unserem Bezirk“, sagt Margareta Selch. Trotz des großen Andrangs an Kurzarbeit steigt die Arbeitslosigkeit. „Nicht auszudenken, wie die Arbeitslosenstatistik ohne Kurzarbeit ausschauen würde“, weist sie hin.