Urlaub im Sommer: Die Nachfrage steigt wieder. Reiseveranstalter sind mit der Buchungslage im Bezirk Lilienfeld zufrieden. Die Kunden wollen heuer einfach schnell ans Meer kommen.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:00)
Die Verunsicherung der Kunden ist noch groß, das Fernweh aber größer: Strand und Meer in Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien werden gerne gebucht, Reisebüros haben wieder zu tun.
Johanna Hörtzer/Teresa Lobinger

Es wird Zeit, sich das Urlaubsvokabular ins Gedächtnis zu rufen: „Buongiorno“, „La cuenta por favor.“ und „Zivjeli“. Denn der Grieche möchte nach zuviel „Jámas“ am Vorabend nicht mit „Kalispera“ zum Frühstück begrüßt werden. Die Top-Destinationen im heurigen Urlaubs-Sommer sind damit klar: Italien, Spanien, Kroatien und Griechenland.

Barbara Praschl vom Reisecenter Hainfeld bestätigt, dass seit Ende des letzten Lockdowns erfreulicherweise wieder sehr viel los ist: „Momentan ist die Buchungslage wirklich zufriedenstellend, aber natürlich kein Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie.“

„Lockerungen für den EU-Raum und für ein paar Fernreise-Destinationen sind in Kraft getreten, was die Nachfrage und auch die Buchungslage gesteigert hat.“ Barbara Praschl, Hainfeld

Wobei man aber sagen müsse, dass der beratende Aspekt natürlich im Vordergrund stehe, da trotzdem noch eine verständliche Verunsicherung bei den Kunden spürbar sei. „Die Problematik sind die diversen Ein- und Ausreisebestimmungen der jeweiligen Länder – welche sich täglich ändern können. Seit ein paar Tagen sind aber Lockerungen für den EU-Raum und für ein paar Fernreise-Destinationen in Kraft getreten, was die Nachfrage und auch die Buchungslage gesteigert hat“, erklärt Praschl.

Barbara Praschl und Brigitte Hartmann vom Reisecenter Hainfeld blicken wieder in die Ferne.
Johanna Hörtzer/Teresa Lobinger

Auf die Unsicherheit haben sich Reiseveranstalter und manche Fluglinien jedoch eingestellt, zum Vorteil der Reisenden. „Die meisten Reiseveranstalter bieten heuer Pakete, sogenannte Flex Tarife, wo man gegen eine relativ geringe Aufzahlung dafür dann teilweise bis zu 15 Tage vor Abreise ohne Angabe von Gründen kostenlos umbuchen oder stornieren kann“, beruhigt Barbara Praschl. Dies gelte für die meisten Pauschalreisen oder für „Hotel-only-Buchungen“.

„Unsere Branche ist natürlich in eine große Krise geschlittert"

„Bei Linienflügen geht dies nicht, aber die meisten Airlines gewähren eine kostenlose Umbuchung“, so Praschl. Ein paar Buchungen sind im Reisecenter Hainfeld zudem für 2022 und sogar bereits für 2023 eingelangt. Die Nachfrage nach Buchungen ist derzeit dennoch für das heurige Jahr am größten. Man möchte schnell und ohne großen Aufwand jetzt wieder ein, zwei Wochen am Meer verbringen. Der Urlaubswunsch der einen bedeutet Arbeit für die anderen.

„Unsere Branche ist natürlich in eine große Krise geschlittert und es wird einige Zeit dauern, bis sich die gesamte Branche wieder erholen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nun das Gröbste hinter uns haben“, so Barbara Praschl.

Lockerungen für den EU-Raum und einige Fernreise-Destinationen kurbeln die Buchungslage an.
Johanna Hörtzer/Teresa Lobinger

Rieder Reisen hat indes selbst schon eine kleine Reise unternommen und ist nach Kleinzell übersiedelt. Elisabeth Habersatter stellt fest: „Unsere Branche ist definitiv am stärksten betroffen. Jetzt freuen wir uns natürlich über jede Buchung und hoffen, dass die Reisebeschränkungen über den Sommer jedenfalls so bleiben und im besten Fall noch mehr Lockerungen kommen.“ Schön langsam steige die Nachfrage wieder an: „Wir haben vorwiegend Griechenland-, Italien- und Österreich-Urlaube gebucht, auch Kreuzfahrten laufen wieder an. Bei Fernreisen sind die Kunden noch zurückhaltender.“

Urlaubsvergnügen am Campingplatz

Hoch im Kurs steht außerdem, wie schon voriges Jahr, der Urlaub daheim – und hier speziell das kurzfristig gebuchte Camping-Wochenende. Reinhard Wallentin greift auf diese Erfahrung in seinem Terrassen-Camping-Paradies in Traisen zurück: „An einem Schönwetter-Wochenende kann ich nur sagen: Vollgas.“ Bis 2019 konnte er Gäste aus aller Welt begrüßen, vor allem Holländer und Deutsche.

„Hier sind die Leute noch vorsichtig, aber wir sind mit der neuen Situation der kurzfristigen Buchungen auch letztes Jahr nicht so schlecht gefahren.“ Ein kleines Minus könne zudem einfach ein schlechter Sommer bescheren, zeigt sich Wallentin recht optimistisch.

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