Verantwortung für Hundehalter: Oft mangelt es am Wissen. Zu wenig Infos über sicheres Miteinander hätten viele Vierbeiner-Besitzer, so Heinz Heistinger. Ausreichend sieht Franz Plank bestehende Regelung.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:10)
Schäfer-Dame „Mira“ ist der vierte Hund, den der Lilienfelder Tierarzt Franz Plank an seiner Seite hat.
Krizanic-Fallmann

Noch strengere Pflichten im Umgang mit Tieren: Die Diskussion über die Haltung von Hunden in Niederösterreich geht durch die aktuellen Vorschläge von FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl in die nächste Runde.

„Im Rahmen des NÖ Hundesicherheitsgipfels, welcher den Impuls zum neuen Hundehaltegesetz und zu einer Sachkundeverordnung gab, traten wir Tierärztinnen und Tierärzte für einen Hundegesundheitspass und eine nachweisliche Sachkunde der potenziellen Hundehalter auf“, schildert der Lilienfelder Tierarzt und Präsident der NÖ Tierärztekammer, Heinz Heistinger. Er kennt aus seinen Erfahrungen auch, dass zudem „leider viel zu viele Personen, welche sich Hunde anschaffen, zu wenig über Erziehung, Haltung und ein sicheres soziales Miteinander von Hundebesitzer und Menschen ohne Tier wissen“. Davon würden „die überfüllten Tierheime“ zeugen, so Heinz Heistinger.

Wer das von Landesrat Waldhäusl aufs Tapet gebrachte verpflichtende Beratungsgespräch vor der Anschaffung eines Hundes führen soll, ist jedoch für Michaela Beneder vom Hundeabrichte-Verein SVÖ Traisental nicht ersichtlich. „Man kann das nicht vor Gruppen machen, ein Pärchen mit drei Kindern, das sich einen Retriever nehmen will, braucht andere Informationen, als ein älteres Ehepaar, das einen Pudel will oder ein 30-Jähriger, der einen Pittbull möchte“, zählt sie auf.

„Noch einen zusätzlichen Hundepass finde ich nicht notwendig“

Seit 1993 bietet der SVÖ in Traisen Kurse für Hundebesitzer an. Dass sich im Laufe dieses Zeitraums die Beziehung zwischen Mensch und Hund bei manchen extrem verändert hat, oft hin zum Prestigeobjekt, Partner- oder Kinder-Ersatz, möchte Michaela Beneder nicht unerwähnt lassen. Sie sei nicht immer gleicher Ansicht mit Hundehaltern, verstehe Menschen, die Hunde nicht mögen: „Es ist sehr schwierig, man muss gegenseitig Rücksicht nehmen.“

Den Waldhäusl-Vorstoß durch die derzeitigen Vorschriften im überwiegenden Maße abgedeckt, sieht der Lilienfelder Tierarzt Franz Plank, welcher in Traisen seine Ordination betreibt. EU-Heimtierausweis, nationaler Impfpass, Chippen, amtliche Versiegelungen zum Beispiel bei Tollwutimpfungen, Bestimmungen von Gemeinden und anderes mehr sorgen bereits für Regelungen, führt er an. „Noch einen zusätzlichen Hundepass finde ich nicht notwendig“, sagt Franz Plank. „Schwarze Schafe“ unter den Hundebesitzern wären seiner Meinung nach nicht mit noch mehr Maßnahmen greifbar. Umfassende Sicherheit bezüglich Hundebisse könne kaum garantiert werden, und bei „Auffälligkeiten weiß ich, was ich als Arzt zu tun habe“, bekräftigt er.

„Viele der sogenannten ,verhaltensauffälligen‘ Hunde haben meist chronische, unbehandelte Krankheiten wie Gelenks-, Zahnfleisch oder Ohrenentzündungen“, betont indes Tierarzt-Kollege Heinz Heistinger.

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