Weniger Privatinsolvenzen im Bezirk Lilienfeld

Erstellt am 15. Mai 2022 | 06:04
Lesezeit: 2 Min
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Zwei Unternehmensinsolvenzen und eine Privatinsolvenz: Das ist die Bilanz des ersten Quartals 2022 im Bezirk Lilienfeld.
Foto: Shutterstock, Tashatuvango
Im ersten Quartal des Jahres steht nur eine private Pleite zu Buche. AK erwartet im Laufe des Jahres aber einen Anstieg.
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Der Kreditschutzverband KSV1870 hat die Insolvenzentwicklung im ersten Quartal 2022 aufgeschlüsselt. Auffällig: Bezirksweit steht nur eine einzige Privatinsolvenz zu Buche – im Vergleich zu fünf Pleiten im ersten Quartal 2021.

Der Rückgang liege möglicherweise daran, „dass doch mittlerweile ein Umdenken beim Konsumverhalten stattgefunden hat“, urteilt Jürgen Eder von der Bezirksstelle Lilienfeld der Arbeiterkammer (AK). Bekannt seien freilich nur die Zahlen der durchgeführten Verfahren, relativiert er: „Wie viele Menschen an der Zahlungsunfähigkeit knapp vorbeischrammen, liegt im Dunkeln.“

„Aus den Rechtsberatungen ist eine Zahlungsnot aufgrund wirtschaftlicher Probleme der Betriebe nicht erkennbar.“

Eder prognostiziert: „Bei niedrigen Haushaltseinkommen, die sich derzeit noch über Wasser halten können, in Verbindung mit der derzeitigen Teuerung wird im Laufe des Jahres vermutlich doch ein markanter Anstieg an Insolvenzen wahrnehmbar sein.“

Ob eine Abfederung beziehungsweise Entschärfung dieser Situation eintrete, liege an der weiteren Gestaltung und Entwicklung der Einkünfte sowie den Maßnahmen, die von der Gesetzgebung vorgenommen werden.

Die zwei bezirksweit vom KSV1870 gelisteten Unternehmensinsolvenzen in den ersten drei Monaten des Jahres (2021 gab es im Vergleichszeitraum keine) haben die Arbeiterkammer in puncto Dienstnehmervertretung nicht tangiert. „Von den zwei gemeldeten Verfahren ist eines bereits im Jahr 2021 angemeldet worden, im Februar 2022 erfolgte erst der Abschluss. Beim anderen Verfahren handelt es sich um einen Betrieb ohne Beschäftigte“, bestätigt Eder.

Der befürchtete Anfang einer Pleitenserie aufgrund der Beendigung beziehungsweise des Auslaufens verschiedener wirtschaftlicher Hilfen sei somit (noch) nicht festzustellen. „Auch aus den Rechtsberatungen ist eine Zahlungsnot aufgrund wirtschaftlicher Probleme der Betriebe nicht erkennbar“, beobachtet der AK-Experte Erfreuliches.

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