Bezirk Lilienfeld: Schulen für Coronakrise gerüstet. Heimische Pflichtschulen, BG/BRG Lilienfeld, aber auch die Landesberufsschule haben Unterrichtsmaterialen ausgegeben und elektronische Lernmöglichkeiten aktiviert.

Von Gila Wohlmann, Astrid Krizanic-Fallmann, Eva Steyrer und Gabi Zeller. Erstellt am 17. März 2020 (05:43)
Josef Heindl ist Direktor des BG/BRG Lilienfeld, Magdalena Fertner ist Direktorin der Volksschulen Rohrbach und Eschenau. Fotos: NÖN-Archiv (Heindl), foto schindlecker wilhelmsburg (Fertner)
NÖN-Archiv (Heindl), foto schindlecker wilhelmsburg (Fertner)

Seit Montag sind Schüler aufgefordert, daheim zu bleiben. Schulen und Kindergärten sollen nur für jene Kinder und Jugendliche offen sein, deren Eltern im Gesundheits- oder Sicherheitsbereich, in der Lebensmittelbranche und der Verkehrsinfrastruktur tätig oder Alleinerzieher sind.

Appell an Eltern: „Halten Sie bitte Ihre Mailboxen frei.“

„Als Landesschülervertretung sehen wir die gesetzten Maßnahmen sehr positiv. Eine außergewöhnliche Situation bedarf rasches Handeln und genau dies ist durch die vollständige Schulschließung geschehen“, sagt Benjamin Koiser. Der St. Aegyder ist NÖ Landesschulsprecher und stellvertretender Bundesschulsprecher.

Das Bundesministerium hat zudem zugesagt, dass die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) sowie die der Diplomarbeit wie geplant stattfinden werde. „Diese Nachricht ist ebenfalls vonseiten der Landesschülervertretung sehr zu begrüßen“, so Koiser.

Josef Heindl ist Direktor des BG/BRG Lilienfeld.
NÖN-Archiv

„Eine erste Umfrage hat ergeben, dass nur ganz wenige Gymnasiasten beabsichtigen, zu kommen“, war der Stand am Freitag bei Josef Heindl, Direktor des BG/BRG Lilienfeld. Für diese sei – gemäß der Anordnung des Bildungsministeriums – eine Betreuung organisiert. „Wir sind gerüstet, unsere Kanzlei ist auch für Infos offen“, sagt er über die Lehrer-Bereitschaft.

Seine Professoren hätten auch die Unterlagen zum Lernen für daheim an die Schüler ausgegeben. Vorbereitet sind zusätzlich die elektronischen Wege, welche künftig verwendet werden müssen. Damit diese funktionieren, appelliert Josef Heindl daher an die Eltern der Gymnasiasten: „Halten Sie bitte Ihre Mailboxen frei.“

Wie bei einem „Abreisetag“ ist indes die Landesberufsschule Lilienfeld am 13. März vorgegangen. „Die Schüler haben alles mitgenommen“, berichtet Direktor Johann Atzinger. Via „e-learning“ wird Kontakt gehalten, die Arbeiten werden vom Journaldienst kontrolliert.

Betreuung auch durch Privatinitiativen

Alles nach Vorgabe läuft auch in den Volksschulen des Bezirks. Alle Schüler bekommen eine Wochenplanarbeit und Lernmaterialien zur Verfügung gestellt. Die Lehrerinnen bleiben mit den Eltern per E-Mail in Kontakt, versenden laufend Materialien. Auf der Homepage der Schulen findet man die wichtigsten Informationen sowie Lernplattformen.

„Wir sind sehr erfreut, wie viel Solidarität und Unterstützung wir von den Eltern erhalten und können beobachten, dass sich die Eltern untereinander sehr gut organisieren und zusammenhelfen“, sagt Margarete Ziegelwanger, Direktorin der Volksschulen St. Aegyd und Hohenberg.

Magdalena Fertner, Direktorin Volksschulen Rohrbach und Eschenau
foto schindlecker wilhelmsburg

Ähnlich verhält es sich in den Volksschulen Rohrbach und Eschenau, wo Magdalena Fertner Direktorin ist. Sie hat einen Elternbrief mit umfassender Info an die Erziehungsberechtigten mit der Erhebung hinausgegeben, wie viele Kinder daheim bleiben. Die Eltern wurden auch informiert, nicht die Großeltern zur Betreuung der Kinder heranzuziehen.

Und vor allem dies ist eine Herausforderung für einige berufstätige Eltern. Neben dem Schulangebot gibt es auch Privatinitiativen wie am Weghof in Wiesenbach. Hier bietet Anita Vonwald spontan eine Kinderbetreuung an.

„Wir werden mit den Kindern spielen, ein wenig lernen und sie können sich unter Aufsicht mit unseren Therapiepferden und Ziegen beschäftigen“, sagt sie. Mädchen und Buben zwischen vier und 14 Jahren werden am Pferdehof betreut. Die Zeit kann individuell vereinbart werden.