Die Müllkosten sind in Lilienfeld explodiert. Stadt zahlte wegen verstärkten Abfall-Anfalls um 17.000 Euro mehr Transportkosten, Müllgebühr soll leicht erhöht werden.

Von Markus Zauner. Erstellt am 02. Mai 2021 (03:29)
Stadträtin Annemarie Mitterlehner (SPÖ) und Bürgermeister Wolfgang Labenbacher (ÖVP, rechts) stellten sich bei Vorarbeiter Andreas Erhart am Bauhof ein und machten sich im Bereich des Wertstoffsammelzentrums vom Elektroschrott ein Bild.
privat, privat

Corona-Zeit ist Entrümpelungszeit: Der verstärkte Drang der Lilienfelder, in der Pandemie daheim aufzuräumen, spiegelt sich in den Müllkosten wider. „Im Lockdown wurden die Sperrmüllabgabetermine mit Vorarbeiter Andreas Erhart telefonisch vereinbart. Der zeitliche Aufwand wurde damit erhöht. Dies kam im Rechnungsabschluss 2020 auch bei den Personalkosten zum Ausdruck“, gibt Bürgermeister Wolfgang Labenbacher ein Beispiel.

Die Mülltransportkosten haben im Vorjahr gar 126.000 Euro ausgemacht – um 17.000 Euro mehr als 2019. Gestiegen sind zudem die Deponiegebühren (siehe Info-Box).

40.000 Euro Abgang bei der Müllbeseitigung

Der Ortschef ortet Handlungsbedarf: Das im Rechnungsabschluss 2020 ausgewiesene Minus bei der Müllbeseitigung über 40.000 Euro sei für ihn „ein Schock“ gewesen. „Eine Analyse und ein Handeln diesbezüglich sind unumgänglich notwendig“, betont der Ortschef. Die Gemeindeordnung sehe bei den Gebührenhaushalten die Kostendeckung vor. „Bei Zuwiderhandeln kann die Gemeinde um Zuweisungen und Förderungen seitens des Landes umfallen. Das wäre wirklich grob fahrlässig“, weiß das Stadtoberhaupt.

Nach derzeitigem Stand würden sich „die Müllgebühren für 2021 auf null ausgehen“, so Labenbacher. Damit wären allerdings keinerlei Investitionen möglich. „Im Bereich der Sonderentsorgung müssen wir zum Beispiel die vorhandene Garage erneuern. Ohne Investitionen können wir die Leistungen auf Dauer nicht garantieren“, unterstreicht der Bürgermeister. Daher werde er eine geringfügige Anpassung der Müllgebühren vorschlagen. „Wenn möglich, soll dazu im Juni ein Beschluss gefasst werden. Allerdings sind vorher die Gemeindegremien wie der Ausschuss für Kommunale Daseinsvorsorge und der Stadtrat am Zug“, nennt Labenbacher die weiteren Schritte.

Das letzte Mal wurden die Müllgebühren in der Bezirkshauptstadt mit Wirkung 1. Oktober 2020 erhöht.