Klauser: Eine Türnitzerin an der Nationalpark-Spitze. Edith Klauser entdeckte schon in der Studienzeit ihre Faszination für die vielfältige Aulandschaft.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 26. Februar 2019 (04:05)
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Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Nationalparks in Österreich und sie stammt aus Türnitz: Edith Klauser übernahm Anfang Februar die Geschicke des Nationalparks Donau-Auen und folgt Carl Manzano nach über 22 Jahren nach.

„Ich wurde sehr freundschaftlich aufgenommen und habe schon einige Gespräche mit dem Team, den Rangern und den Partnern des Nationalparks hinter mir“, berichtet Klauser von ihren ersten Wochen im neuen Job. Jetzt geht es darum, den Managementplan, der seit Anfang des Jahres läuft, in den nächsten zehn Jahren Schritt für Schritt umzusetzen. „Da geht es um Fragen des Naturraummanagements, um Forschungsarbeit und Renaturierungsprojekte vor allem im Bereich der Gewässervernetzung“, führt Klauser aus.

„Ich fühle mich nach wie vor sehr verbunden mit der Türnitzer Gegend.“ Edith Klauser, Direktorin Nationalpark Donau-Auen

Schon während ihres Studiums an der Universität für Bodenkultur erwachte die Faszination für die Vielfältigkeit der Auenlandschaft. „1991 bin ich nach Wien gekommen, um zu studieren. Ich habe die Stadt sehr laut empfunden und jede freie Minute genutzt, um in die Natur zu kommen“, so Klauser. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen lernte sie kennen, wie der Auwald funktioniert. „Es ist unglaublich spannend, weil die Aulandschaft so viel Lebensräume hat: im Wasser und am Wasser, im Auwald, auf der Wiese wie den Heißländen“, hebt Klauser hervor.

Auch Biodiversität begeistert Klauser. Besonders stolz ist man im Nationalpark über die Rückkehr des Seeadlers, von dem sechs Brutpaare in den Donau-Auen zu finden sind. Auch der Donau-Kammmolch, er steht auf der Roten Liste der Arten, findet noch Lebensraum im Nationalpark. „Die Tümpel, die der Molch braucht, sind durch die langen Trockenperioden gefährdet. Unser Ziel ist etwa, diese Lebensräume zu schützen“, so Klauser, die betont: „Ich freue mich sehr, dass ich jetzt wieder mit der Natur und für die Natur arbeiten kann, das entspricht sehr meinem Wesen.“

„Ich freue mich sehr, dass ich jetzt wieder mit der Natur und für die Natur arbeiten kann, das entspricht sehr meinem Wesen.“

Aber auch in den letzten Karrierestationen standen Nachhaltigkeit und der ländliche Raum im Fokus ihrer Arbeit, zum einen strategisch-operativ in ihrer Zeit im jetzigen Nachhaltigkeitsministerium, in dem sie von 2003 bis 2014 tätig war, zum anderen als Kontrollbehörde, wie zuletzt im Rechnungshof. Das Fundament dafür legte sie an der Boku. „Damals war ein Fächeraustausch möglich und ich habe Fächer in den Bereichen Hydrobiologie, Landschaftspflege und Naturschutz und Umweltmanagement besucht. Erst später habe ich mich mehr auf Wirtschaft fokussiert“, führt die neue Nationalpark-Direktorin aus.

Klausers Mutter und Bruder, der den elterlichen Hof übernommen hat, leben noch in Türnitz und sie schaut regelmäßig auf Besuch vorbei. „Ich freue mich immer, wenn ich wieder nach Hause kommen kann. Denn ich fühle mich nach wie vor sehr verbunden mit der Türnitzer Gegend“, hebt Klauser hervor.