Eschenau: Ein Auto für alle

Erstellt am 22. Januar 2022 | 06:01
Lesezeit: 4 Min
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Vor wenigen Tagen traf sich die Arbeitsgruppe mit dem Carsharing-Experten der Energie und Umweltagentur (eNu), Matthias Komarek, und Klaus Unterhuber vom Mobilitätsverein „MoVe“ aus Hafnerbach, wo bereits ein E-Fahrtendienst mit 100 Teilnehmern und 50 freiwilligen Fahrern betrieben wird. Im Bild, von links: Marc Hammerschmid (eNu), Franz Rybaczek (Obmann Verein „Biene“), der Eschenauer Bürgermeister Alois Kaiser, Alfred Umgeher, Gemeinderätin Helga Wallner, Vizebürgermeisterin Ilse Zeller, Matthias Komarek (eNu) und Klaus Unterhuber (MoVe).
Foto: privat
Gemeinde und Verein „Biene“ setzen auf E-Carsharing als ersten Schritt. In Folge ist ein E-Fahrtendienst im Ort angedacht.
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Bald wird man in Eschenau und Umgebung immer wieder einen quarz-grauen, 100 Prozent elektrisch betriebenen Skoda „Enya“ sehen.

Der Grund: E-Carsharing wird das neue Angebot im Ort. Dafür wurde ein neuer Verein gegründet. Jedes Mitglied kann sich das Fahrzeug stunden-, tageweise oder auch länger ausleihen. Mit etwa 400 Kilometern Reichweite, großzügigem Stauraum und an einer Ökostrom-Tankstelle aufgeladen, wird es vor dem Gemeindeamt auf seine Fahrer warten.

„Unsere Mobilität hat viel mit Lebensqualität zu tun und ist daher eine Notwendigkeit! Alois Kaiser Eschenauer Bürgermeister

Ein Privatauto steht durchschnittlich 23 Stunden pro Tag unbenutzt herum. Viele Autos, besonders das zweite oder dritte in einem Haushalt, sind oft nur wenige Kilometer pro Jahr unterwegs. Anschaffungs-, Betriebs- und Werkstattkosten fallen aber trotzdem an.

„Wer ein Auto mit Verbrennungsmotor im ‚Golf-Format‘ neu kauft, es zehn Jahre nutzt und dabei rund 12.000 Kilometer pro Jahr fährt, muss mit monatlichen Kosten von über 400 Euro rechnen, überdies mit persönlichem Aufwand für Pflege, Wartung und Verwaltung dazu“, weiß Klemens Rybaczek vom Verein „Biene“. Er ist Projektmanager beim Verein und für Planung und Betrieb des Carsharings zuständig.

Rybaczek bereitet derzeit den Einsatz der Buchungssoftware vor und wird künftig in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die Plattform betreuen, über die man das Auto online oder telefonisch buchen kann. Zuvor gibt es für Lenker eine Einschulung am Fahrzeug und natürlich auch Hilfestellung bei allen auftretenden Fragen.

„Die gemeinschaftliche Nutzung von E-Autos in Eschenau wird ein wichtiger Beitrag für die Umwelt und zur Verminderung des CO2-Ausstoßes sein sowie ein Beitrag zu einer zukunftsfähigen Mobilität. Dass sich aber auch Geld sparen lässt, wenn man Autos gemeinsam mit anderen nutzt, ist noch nicht so im Bewusstsein verankert“, meint Alfred Umgeher, der die Arbeitsgruppe „E-Carsharing Eschenau“ leitet.

„E-Fahrtendienst“ als nächster Schritt vorbereitet

Auch Bürgermeister Alois Kaiser und Gemeinderätin Helga Wallner engagieren sich in der Arbeitsgruppe. „Unsere Mobilität hat viel mit Lebensqualität zu tun und ist daher eine Notwendigkeit“, ist das Gemeindeoberhaupt überzeugt. Und Wallner meint dazu: „Wenn es um Mobilität in unserer Gemeinde geht, dürfen wir nicht auf jene Menschen vergessen, die kein Fahrzeug zur Verfügung haben oder aus Alters- und Krankheitsgründen nicht mobil sind. Besonders auch für diese Gruppe ist das Auto-Teilen sinnvoll!“

In einem nächsten Schritt wird deshalb ein „E-Fahrtendienst“ vorbereitet. Ziel ist es, Gemeindebürger mit dem E-Auto mit freiwilligen Fahrern an jeden gewünschten Platz im eigenen Ort zu bringen und darüber hinaus zu ausgewählten Punkten in den Nachbarorten wie zu Arzt- und Therapiepraxen, Apotheken, Behörden oder Bahnhöfen.

Bis Oktober wurde ein Großteil der Haushalte in der Gemeinde persönlich oder telefonisch befragt, inwiefern sie sich eine Teilnahme am Projekt vorstellen können. Über 50 Personen haben sich dabei an Carsharing, Fahrtendienst oder an der Tätigkeit als freiwillige Fahrer interessiert gezeigt.

„Biene“-Obmann Franz Rybaczek freut sich, dass Skoda-Händler Johann Grabner und die NV-Versicherung das gemeinnützige E-Carsharing kräftig unterstützen wollen. „Wir haben eine gute Basis für den Start des Projektes mit Ende Februar“, resümiert Ortschef Kaiser. Alle, die ihr Interesse schon bekundet haben, werden im Februar persönlich kontaktiert und alle, die sich neu interessieren, können sich bei Gemeinde oder Verein „Biene“ noch melden.

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