Einblick ins Leben der Mönche im Stift. "ÖTSCHER:REICH"-Station / Mit Erlebnisführungen wird Besuchern das Lilienfelder Kloster bei der Landesausstellung 2015 näher gebracht.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 23. Juni 2014 (14:41)
NOEN, Krizanic-Fallmann
Den Ausführungen von Bürgermeister Herbert Schrittwieser (5. von links), Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka (9. von links), Prior Pater Pius Maurer (4. von rechts) und Landesausstellungsgeschäftsführer Kurt Farasin (2. von rechts) lauschten neben Abt Matthäus Nimmervoll (4. von links) auch die ÖVP-Funktionäre Thomas Dobner, Stadträtin Henriette Höfner, Alexander Hager, Gemeinderat Erwin Martinetz, Stadträtin Barbara Weiß, Gemeinderat Christian Buxhofer, Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher, Gemeinderätin Elfriede Ressl, Stadträtin Christiane Rauscher sowie die Gemeinderätinnen Helga Krickl und Anita Kohl (von links). Unter den Besuchern des Info-Abends war auch SPÖ-Stadtrat Martin Trattner.

LILIENFELD / ,,Man kann das Prozessionskreuz in der Hand halten, den Habit anprobieren oder einen Psalm beten“, kündigte Prior Pater Pius Maurer an.

Mit dem Thema „Das Leben der Mönche“ wird es im Zisterzienserstift Lilienfeld eine von 15 „ÖTSCHER:REICH“-Stationen im Rahmen der NÖ Landesausstellung 2015 geben. Durch neu entwickelte, erlebnishafte Führungen soll Familien oder Schulklassen am Originalschauplatz der Alltag näher gebracht werden. Beim Info-Abend am Montag der Vorwoche im Dormitorium wurden diese regionalen Aktivitäten beziehungsweise Neuigkeiten zur Großveranstaltung im kommenden Jahr von den Projektbetreuern präsentiert. Mit dem Ötscher ist das heimische Kloster seit dem 13. Jahrhundert als wichtiger Grundbesitzer eng verbunden. Die Herrschaftsrechte in früheren Zeiten lagen in Lilienfeld, der „geheimen Schaltzentrale“, so Maurer. Zum Wesen der Gemeinschaft zähle beispielsweise auch, wie Entscheidungen fallen. „Wir sind demokratisch, dafür gibt es weiße und schwarze Kugeln für Ja oder Nein“, klärte der Prior auf.

Tourismus als Impuls für nachhaltige Entwicklung 

Für Besucher außerhalb von Führungszeiten wurden schon Audioguides angekauft. In Arbeit ist ein Sammelband, in dem überdies Skipionier Mathias Zdarsky, die Geschichte der Holzknechte oder die Wallfahrt Berücksichtigung finden.

Durch die Landesausstellung 1976 und die CISTO 2002 kann man hierzulande auf Erfahrungen zurückgreifen, über die neuerliche „Chance auf Gäste, die sonst nicht kommen würden“, zeigte sich Bürgermeister Herbert Schrittwieser „dankbar“. Kurt Farasin, Geschäftsführer der NÖ Landesausstellungen, wiederum freute sich, dass mittlerweile nicht nur knapp 1.000 Exponate ausgewählt wurden, sondern dass die Planung für die Ausstellungsarchitektur abgeschlossen ist.

„Gut im Plan“ sei der Naturpark, demnächst würde das Gebäude errichtet, gab Andreas Purt Auskunft, die Sanierung des Gasthofes Vorderötscher ist fast abgeschlossen. Für Annaberg stellte indes Bürgermeisterin Petra Zeh die Stationen „Pilgerwege & Dorfgeschichten“ sowie zum Thema „Pioniergeist“ das Kraftwerk der EVN in Stierwaschboden vor, das als Schaukraftwerk zu besichtigen sein wird. „Welcher Berg in der Region gehört nicht dem Stift Lilienfeld“, scherzte Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka, bevor er die „nicht leichte Situation der alpinen Täler“ erwähnte. „Neben den Betrieben schafft der Tourismus mit Wandern und Pilgern Impulse für eine nachhaltige Entwicklung“, meinte Sobotka.

Zur Landesschau

  • Der internationale Ausstellungsgestalter Beat Gugger, der Alpenforscher Werner Bätzing sowie Wirtschafts- und Sozialhistoriker Ernst Bruckmüller konzipieren unter Mitarbeit von Gerhard Proksch eine Schau unter dem Titel „ÖTSCHER:REICH – Die Alpen und wir“ über Geschichte und Visionen des alpinen Raumes, ausgehend von der Ötscherregion im Mostviertel. Diese gleicht einer Modellregion für den gesamten Alpenraum. Die bäuerlich kleinstrukturierte Kulturlandschaft des Pielachtals trifft rund um Lilienfeld auf die waldreichste Region der Alpen. Dort befindet sich der letzte und damit einzige Urwald der Alpen. Die verzweigten Schluchten der Ötschergräben machen diesen Lebensraum ebenso einzigartig.
  • Standorte der Landesausstellung vom 25. April bis 1. November 2015 sind Frankenfels, Wienerbruck und Neubruck mit Inhalten wie Berglandwirtschaft, Waldwirtschaft, Pilgern und Pioniergeist. Mit dem Naturpark-Campus in Wienerbruck entsteht ein „neuer Begegnungsort der städtischen Bergsehnsucht mit den Menschen der Region“, so die Organisatoren. Daneben begleiten eigens ausgebildete Natur- und Kulturvermittler Besucher an den 15 „ÖTSCHER:REICH“-Stationen, die viele Themen vertiefen.