21-Jähriger verurteilt: „Ich war ein Trottel“. Zwölf Monate Haft, davon vier unbedingt, fasste ein junger Lilienfelder für den Einbruch in das Lilienfelder Badbuffet aus.

Erstellt am 13. Dezember 2018 (05:04)
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Symbolbild

„Bei mir wurde in den letzten Jahrzehnten bereits 23 Mal eingebrochen“, erzählt der Betreiber des Lilienfelder Badbuffets, Anton Unterhuber.

NOEN, privat
Entsetzt ist Bürgermeister Wolfgang Labenbacher über die Verwüstung im Badbuffet.

Der Täter des letzten Coups ist kein polizeilich Unbekannter. Ein 21-jähriger Lilienfelder, arbeitslos, bei einem Rechtsanwalt bereits mit 5.000 Euro verschuldet und auch schon wegen anderer Delikte, wie dem Gebrauch von Suchtmitteln, vor Gericht, schilderte am Landesgericht St. Pölten, wie er sich am 10. August Zugang ins örtliche Freibad verschaffte und so, obwohl er auf Bewährung frei war, wieder einen Stolperstein in sein weiteres Leben legte.

„Ich hab‘ das gemacht, weil ich einfach ein Trottel war“

Eingangs sehr gedrückt und kleinlaut, zeigte er sich geständig, über den Zaun des Bades geklettert zu sein und aus der Buffethütte zwei Getränkedosen entnommen zu haben: „Ich hab‘ das gemacht, weil ich einfach ein Trottel war“, formulierte er es prägnant. Immerhin führte die Staatsanwaltschaft St. Pölten auch das DNA-Ergebnis der auf den Dosen sichergestellten Spuren ins Treffen, das den Mann eindeutig als Täter identifizierte.

Während der Verhandlung nicht geständig, zeigte er sich jedoch, was das weitere Aufbrechen des Kassenraums mit einem Schraubenzieher angeht. „Das war ich nicht“, betonte er, auch wenn er zugab, dass das von der Polizei in einem Bachbett sichergestellte Tatwerkzeug, darunter eben auch ein Schraubenzieher, sein Eigen sei und er zum Verlassen des Bades einen anderen Zaun am Areal mit einem Seitenschneider aufgeschnittenen hätte. Eine Ausführung, die für Richter Markus Wiaderek nicht sehr glaubwürdig war. Sein Anwalt als auch die Bewährungshelferin erbaten ein mildes Urteil, da der Angeklagte in Tirol eine Stelle als Koch in Aussicht hätte.

Richter Wiaderek: „Das ist Ihre letzte Chance“

Der Richter verhängt zwölf Monate Haft, davon vier unbedingt, die auch mit einer elektronischen Fußfessel oder per Strafaufschub, damit er seinen neuen Job antreten kann, abgeleistet werden können. Seine Probezeit, resultierend aus der letzten sechsmonatigen Verurteilung, wird auf fünf Jahre verlängert und wieder Bewährungshilfe angeordnet. „Das ist Ihre letzte Chance“, so der Richter.

Die Stadtgemeinde fordert 100 Euro für den Schaden am Zaun, Unterhuber vier Euro für die gestohlenen Getränkedosen. Dem Angebot, diesen Betrag, oder zumindest die vier Euro, gleich während der Verhandlung zu begleichen, kann der Lilienfelder nicht nachkommen, da er kein Geld mit hat.