Ermittlungen gegen Ortschef Leeb eingestellt. DENKMALSCHUTZ / Abriss von Türnitzer Altgasthaus war rechtens: Staatsanwaltschaft ortet ,,keinen Schädigungsvorsatz“ Leebs.

Erstellt am 17. Januar 2012 (00:00)
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VON MARKUS ZAUNER

TÜRNITZ / Es war der Aufreger des vergangenen Jahres: Im Juli fuhren auf Geheiß von Bürgermeister Christian Leeb die Bagger auf und machten den ehemaligen Gasthof ,,Schwarzer Adler“ im Türnitzer Ortszentrum dem Erdboden gleich.

Der Ortschef hatte mit Gefahr im Verzug argumentiert. ,,Ein eigens von der Gemeinde in Auftrag gegebenes statisches Gutachten hat bestätigt, dass vom Objekt eine Gefahr ausgeht. Außerdem sind mehr als fünfzig Prozent des Gebäudes nicht mehr nutzbar“, erklärte Leeb im Juli gegenüber der NÖN.

Das Bundesdenkmalamt, das den hunderte Jahre alten Bau als erhaltungswürdig eingestuft und den Abbruch des Objektes untersagt hatte, reagierte indes mit einer Anzeige gegen den Bürgermeister, die wiederum Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einleitete. Nun hat Letztere das Verfahren eingestellt. Es sei ,,kein Schädigungsvorsatz“ nachzuweisen, begründet die Staatsanwaltschaft (StA) in einem Schreiben an den Türnitzer Bürgermeister, das der NÖN vorliegt (siehe auch Info-Box oben). Auch Liegenschaftsbesitzer Ing. Franz Lampl kann laut Staatsanwaltschaft kein Vorwurf gemacht werden. Er habe schließlich nur den Abrissbescheid des Bürgermeisters befolgt, heißt es.

Für Leeb selbst kommt die Einstellung des Verfahrens gegen ihn nicht überraschend: ,,Ich habe schon im Vorhinein gewusst, dass ich nach der NÖ Bauordnung gehandelt habe und meine Rechtsauslegung offensichtlich die richtige war.“

Geplant ist am Standort des ehemaligen Gasthofs ,,Schwarzer Adler“ ein Neubau für ,,Betreutes Wohnen“. Noch heuer soll mit der Errichtung begonnen werden, die Fertigstellung des Projektes im Türnitzer Ortszentrum mit 25 Einzel- und zwei Doppelzimmern ist nach Angaben von Franz Lampl Anfang bis Mitte 2013 vorgesehen. Kalkulierte Investitionskosten: 2,1 bis 2,2 Millionen Euro.