Bezirk Lilienfeld: Versorgung mit Futter gesichert. Aufgrund des Regens fällt zweiter Schnitt der Wiesen besser aus, gute Mengen werden auch bei Silomais erwartet.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:02)
Bezirksbauernkammerobmann Reinhold Mader bei der Arbeit.
privat

Eine untergeordnete Rolle spielt der Ackerbau in den heimischen Gefilden, dominant sind die Wiesen. Diesen hat im Frühjahr die lange Trockenheit zugesetzt. Der schon eingeholte erste Schnitt war daher nicht sehr ertragreich. Der zweite Schnitt scheint hingegen die Mängel auszugleichen.

„Der Regen der letzten Wochen hat gut getan, das Futter ist gewachsen, der zweite Schnitt wird tadellos“, weiß Bezirksbauernkammerobmann Reinhold Mader über die heurige Ernte-Saison in diesem Bereich Bescheid. Vergleichbar mit den Grünflächen wäre die Situation beim Wald. „Das schwül-warme Wetter ist der Brut des Borkenkäfers nicht förderlich“, sagt Reinhold Mader, der Landwirt in St. Veit ist, über die derzeit verminderte Ausbreitung des Schädlings.

„Der Regen der letzten Wochen hat gut getan, das Futter ist gewachsen, der zweite Schnitt wird tadellos“

Wie „ein Bissen Brot“ waren die Niederschläge für die Wiesen, Weiden, Almen und Wälder notwendig, betont ebenfalls Kammersekretär Walter Grasberger von der Lilienfelder Bezirksbauernkammer. „Es war im April extrem trocken, der Regen im Mai ein Segen“, meint er. Durch die nasse Hilfe von oben hätten sich die Wiesen wieder erholt. „Der erste Schnitt war von der Qualität nicht besonders – fast wie Stroh, der nächste wird besser und somit ist die Futterversorgung gesichert“, berichtet der landwirtschaftliche Fachexperte. Im Gölsental wird auch Silomais angebaut. Hier wird ein gutes Ergebnis erwartet. „Gehäckselter Silomais ergibt große Mengen und ist ein nahrhaftes Futter“, erklärt Walter Grasberger.

Genauso durchwachsen fällt der Blick auf das Obst aus, welches im Bezirk zu Säften, Most, Cider oder anderen Produkten verarbeitet wird. Schlecht ist es laut Josef Sulzer aus Eschenau seinen Kirschen ergangen, haben doch die Wetterkapriolen am Wochenende vom 20. und 21. Juni einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Kirschen und Weichseln sind alle verfault, wir hatten von Samstag bis Montag 41 Liter Regen“, erinnert Josef Sulzer an die Hochwasser-Situation im Bezirk. Zufrieden stimmt ihn hingegen der voraussichtliche Ertrag bei den Äpfeln, Birnen und Ziberl – einer Kriecherl-Art. „Die Kirschen sind zum Teil aufgesprungen“, ist für Maria Hollaus von der Jausenstation Grillenberg in Traisen die Ernte indes noch nicht ganz verloren. Zwetschken gibt es heuer nur wenige auf dem Hof, Birnen aber viele, informiert sie überdies.

Dass hierzulande die landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes (siehe Info-Box) stetig schrumpft, möchte Kammersekretär Walter Grasberger nicht unerwähnt lassen. „In den 37 Jahren meiner Tätigkeit habe ich den Bezirk sehr gut kennengelernt“, führt er aus, „fruchtbare Flächen werden zunehmend verbaut, der Forst nimmt ebenfalls zu.“ Bei Letzterem liegen Gründe fürs „Verwachsen und Verbuschen“ auch darin, dass steile Flächen viel Arbeit erfordern, gleichzeitig aber wenig Ertrag bringen sowie das Mähen mit der Sense ausgedient hat, zählt Walter Grasberger auf.

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