Neues Projekt: Eine Paketwand der smarten Art. Rund um die Uhr zugängliche Schließfachanlage in Kaumberg sei auch ein klimafreundlicher Beitrag, sagt Landesrat.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Juli 2019 (05:18)
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Vor der Eröffnung der Paketwand machten sich Bürgermeister Michael Wurmetzberger, Georg Hauger, Professor Technische Universität (TU) Wien, Landesrat Ludwig Schleritzko, Alessandra Angelini, Forschungsmitarbeiterin Technische Universität Wien, und der Initiator und Geschäftsführer der Storebox Holding GmbH, Johannes Braith (v. l.), ein Bild davon.

Die Gemeinde Kaumberg ist (wie berichtet) Vorreiter für ein innovatives Projekt: Eine für alle Paketdienste offene Paketwand für Paketzustellungen wurde am Marktplatz beim ehemaligen Gasthaus Rohrer auf Initiative von Johannes Braith, Geschäftsführer von Storebox, errichtet.

Bei der Eröffnungsfeier am Freitag konnten sich die Kaumberger über die Vorteile informieren und sich kostenlos für die künftige Nutzung anmelden. Vorab machte sich auch Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko bei einem Besuch ein Bild von der smarten Infrastruktur. „Mit diesem Angebot kann man in Kaumberg zukünftig klimafreundlicher Pakete bestellen. Denn die Wand sorgt dafür, dass erfolglose Zustellversuche der Paketdienste und danach Holfahrten der Bewohner eingespart werden können“, erläutert Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko die Vorteile der Paketwand.

„Hofladen“-Funktion für regionale Produzenten

Die Innovation der Logistiklösung besteht darin, dass hier alle Paketdienste einfach und sicher unabhängig von der Anwesenheit des Paketempfängers oder der Tageszeit zustellen können. Nach der Auslieferung erhält der Paketempfänger einen eigenen Code per SMS oder E-Mail, mit dem das jeweilige Fach jederzeit bequem geöffnet werden kann.

„Wir bemerken, dass sowohl die Paketdienste, als auch die Bewohner öfters Ärger mit den Zustellungen haben. Die einen kämpfen mit der Suche nach Adressen und dem zunehmenden Zeitdruck bei der Auslieferung, die anderen ärgern sich über einen gelben Zettel im Postkasten oder ein ohne Abstellungsgenehmigung abgestelltes Paket vor der Haustüre“, sagt Bürgermeister Michael Wurmetzberger. Er zeigt sich deshalb erfreut, dass gerade Kaumberg den Start für ein derartiges Projekt gibt.

Die Paketwand ist jedoch nicht nur für die Paketauslieferung gedacht, sondern kann auch von regionalen Betrieben genutzt werden. „Zum Beispiel könnte der Lebensmittelhandel oder regionale Erzeuger auf diese Weise unterstützt werden“, verweist der Geschäftsführer von Storebox, Johannes Braith, auf die Möglichkeiten. Der Idee eines „Hofladens“ folgend, könnten Kunden rund um die Uhr auch ihre hinterlegten Waren aus der Region beziehen.

Bei der Paketwand handelt es sich um das Forschungsprojekt alBOX, gefördert vom Klima- und Energiefonds und durchgeführt vom Unternehmen Storebox gemeinsam mit der TU Wien, dem Austrian Institut of Technology, der FH des BFI Wien und dem Unternehmen Variocube.

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