Flüchtlinge zogen aus Asylunterkunft aus. Schutzsuchende ziehen um oder haben eigene Wohnungen im Ort. Das Engagement des Arbeitskreises „Menschen wie wir“ hat viele Vorurteile aus dem Weg geräumt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 21. November 2017 (05:45)
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Wieder leer steht das Gasthaus Lee im Ortszentrum von Eschenau. Hier waren zuletzt Asylwerber untergebracht. Marina Schmidt-Schmidberger und andere Ehrenamtliche haben bei der Integration geholfen.

Ruhig ist es geworden im leer stehenden Gasthaus Lee, das zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Alle Asylwerber, die ursprünglich aus Syrien, Persien und Afghanistan kamen, sind ausgezogen.

„Fast alle haben einen positiven Asylbescheid. Einige wohnen jetzt in Wien, andere in Oberndorf an der Melk, zwei Familien haben sich eine Wohnung in Eschenau genommen, um hier zu bleiben“, berichtet Marina Schmidt-Schmidberger, die mit knapp 50 Ehrenamtlichen unter dem Motto „Menschen wie wir“ einen Arbeitskreis gebildet hatte, um Asylwerbern zu helfen.

„Unsere Hauptaufgabe war Alltagsbegleitung“, schildert sie. Mit den neuen Bürgern wurden gemeinsam Einkäufe erledigt, die Helfer haben ihnen aber auch erklärt, wie der Busplan mit seinen Sonderzeichen zu lesen ist. „So simpel das klingen mag, aber für Menschen, die nicht immer unsere Schrift beherrschen, kann das schwierig sein“, sagt Schmidt-Schmidberger.

Hilfe gut angenommen, Dank war groß

Manche Helfer waren zu Beginn sogar täglich in der Unterkunft, haben beim Deutschlernen geholfen oder auch Sach- und Geldspenden vorbeigebracht. Die Hilfe wurde gut angenommen, der Dank war groß. „Wir waren dann sogar bei Hochzeiten und Tauffeiern eingeladen“, sagt sie. Mit manchen Familien besteht weiter via Whatsapp Kontakt. Eine Familie ist mittlerweile in Frankreich.

Probleme hätte es mit den Asylwerbern nie gegebenen. „Wir hatten ja fast ausschließlich Familien bei uns“, sagt Bürgermeister Alois Kaiser. Die Kinder der verbliebenen Familien „sind bestens integriert“, betont er. Sie gehen hier in die Schule oder den Kindergarten, nehmen am Ortsleben teil und sind auch in der Pfarre aktiv.

„Manche sprechen sogar schon unseren Dialekt“, schmunzelt Schmidt-Schmidberger. Dass die meisten Asylwerber nun in modernen Unterkünften untergebracht sind oder bereits eigene Wohnungen haben, freut sie, vor allem aber, dass nun viele Vorurteile aus dem Weg geräumt sind.