Duo leugnet Gewalttaten und brutale Attacken. Ein 45-jähriger Albaner und sein Sohn (25) sollen eine Frau und drei Männer brutal attackiert haben. Geständig dazu sind sie vor dem Richter nicht. Prozess vertagt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 30. Januar 2018 (04:27)
Symbolbild

„Ich war entsetzt, dass es bei uns solche Gewalttaten gibt“, sagt ein Opferanwalt in einem Prozess gegen einen 45-jährigen gebürtigen Albaner und dessen Sohn (25). In Wilhelmsburg sollen die beiden grundlos vier Personen attackiert haben, am Landesgericht St. Pölten wird den beiden Männern aus Eschenau der Prozess gemacht.

Schwere Körperverletzung gestehen die Angeklagten nicht. „Die sind auf uns losgegangen und haben uns attackiert“, weisen sie die schweren Anschuldigungen von sich.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten zuerst die Ex-Freundin eines Familienmitgliedes aus einem Auto gezerrt und gestoßen haben. Dazu gibt der jüngere Angeklagte nur eines zu: „Eine Ohrfeige hat sie von mir gekriegt.“

Faustschläge und Tritte auf einen am Boden liegenden Helfer

Weil die Frau um Hilfe schrie, eilten drei Männer, die die Szene beobachtet hatten, herbei. Faustschläge und Tritte auf einen am Boden liegenden Helfer sollen dann gefolgt sein. Woher Verletzungen der mutmaßlichen Opfer – ein dreifacher Kieferbruch, Prellungen und eine Platzwunde – stammen, kann keiner der Angeklagten erklären.

Ob sie zu Unrecht beschuldigt werden? Das bejahen sie. „Sie will uns ruinieren“, sagen sie über die Ex-Freundin des Verwandten. Zur Überraschung zeigt sich dieser plötzlich bei seiner Zeugeneinvernahme zu einigen der vorgeworfenen Gewalttaten geständig und entlastet somit die Angeklagten. „Da hat es wohl einen Familienrat gegeben“, mutmaßt darob der Richter.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, möchte der Richter noch drei Opfer einvernehmen. Der Prozess wird vertagt.