Nach Ausraster und Gewaltexzess: Haft für Gewalttäter. 25-jähriger Albaner leugnet vehement Gewaltexzess. Richter glaubt den Opfern und verhängt sechs Monate Gefängnis.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. März 2018 (05:04)
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„Es erstaunt mich immer wieder, was Angeklagte einem alles so auftischen. Sie beide präsentieren mir eine Geschichte, die von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist“, sagt ein Richter im Prozess zu einem 45-jährigen Albaner und dessen Sohn (25).

Wie berichtet, sollen die beiden die ehemalige Freundin eines Familienmitgliedes in Wilhelmsburg aus einem Auto gezerrt und misshandelt haben. Drei Männer, die der Frau zu Hilfe eilten, kassierten Faustschläge und Tritte. Ein Opfer erlitt einen dreifachen Kieferbruch, Prellungen am Körper trugen alle davon.

Geständig waren die Angeklagten schon am ersten Prozesstag nicht

Nur ein als Zeuge geladener Verwandter nahm plötzlich Schuld auf sich und der Richter vertagte, um weitere Zeugen zu befragen. Letzte Woche wurde fortgesetzt. Die Zeugen sind sich einig: Brutal habe der jüngere Angeklagte agiert.

Bestrafung fordern die Opferanwälte. „Die Angeklagten waren unkooperativ. Dieses Rutsch-mir-den-Buckel-Runter zieht sich durch das gesamte Verfahren“, sagt einer. „Ein unwürdiges Schauspiel, das geboten wurde. Die Angeklagten haben alle hier für dumm verkauft“, meint ein anderer. Und der Dritte sagt: „Alles, was wir von Zeugen gehört haben, zaubert den Angeklagten nur ein Lächeln auf die Lippen.“

Für den 25-Jährigen setzt es 18 Monate teilbedingt, sechs Monate davon muss er absitzen. Sein Vater, er soll die Frau gestoßen haben, kommt mit zwei Monaten bedingt davon (nicht rechtskräftig). „Hohe kriminelle Energie zeigt sich auch nach den Taten, da wurde Familienrat abgehalten und ein anderer als Täter bestimmt“, so der Richter.