Wirtshaus in Rotheau wird zum "Bauherrentreff ". Unternehmer Manfred Steyrer plant in Rotheau einen Schauraum samt Gastrobereich.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:29)
Zu einem modernen Schauraum samt kleinem Gastrobereich wird der „Lindenhof“, der ehemalige Gasthof Wochner in Rotheau, derzeit von der Firma Steyrer umgebaut.
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Zuerst Gasthaus Birkner, dann Gasthaus Wochner: Rund 100 Jahre belebte ein Familienbetrieb den Ortsteil Rotheau und war „das Dorfwirtshaus“ der Eschenauer. Mit April des Jahres setzte Gastwirt Hubert Wochner mit seiner Gattin Claudia einen schon seit längerem geplanten Schritt um, der nicht mit der Coronakrise in Verbindung steht: Er verkaufte den „Lindenhof“. „Ich war ein Wirt mit Leidenschaft“, blickt Wochner gerne zurück. Er selbst hat den Gasthof 25 Jahre mit seiner Gattin geführt. Das Wirtshausleben sei in den letzten Jahren weniger geworden, daher sei Zeit für einen weiteren Lebensschritt gewesen. „Wir werden uns neu erfinden“, sagt er.

Mit dem Wilhelmsburger Unternehmer Manfred Steyrer habe er „einen sympathischen Käufer gefunden“. Der Maler und Fliesenleger, der sich auf Sanierungen spezialisiert hat, möchte hier im Gasthaus als Erweiterung zu seinem Firmensitz in Wihelmsburg einen Schauraum einrichten. Dafür sind im Lokal Umbauarbeiten von Nöten, die zum Teil auch schon angelaufen sind. Steyrer ist aber nicht nur anerkannter Bau- und Sanierungsprofi. Er betreibt auch ein Versicherungsmaklerbüro. Im August plant er, vorerst einmal im Bereich des Wintergartens, durchzustarten, auf mehreren Ebenen. Ein Fakt, der einige Bürger besonders freuen wird: Steyrer verfügt auch über eine Gastro-Konzession. Und diese will er nutzen, denn er weiß, dass viele Eschenauer „ihr“ Wirtshaus missen.

Gemeinde braucht aber Mehrzweckhalle

„Wir werden einen Gastrobereich vorerst einmal zu den Firmengeschäftszeiten machen“, kündigt er an. Wichtig ist es ihm, ausschließlich regionale Küche anzubieten. „Bei uns wird selbst gekocht“, betont er, der nicht ausschließt, wenn es die Zeit erlaubt, auch einmal selbst sich an den Herd zu stellen. So soll es einen kleinen Gastgarten geben und genügend Raum, dass zumindest kleinere Feiern durchgeführt werden können. „Wir bieten somit ein Konzept an, das es bislang in dieser Form bei uns nicht gab“, ist er überzeugt. Ein Ausbau der Gastroöffnungszeiten sei – bei entsprechender Nachfrage – durchaus möglich.

Das ist ein Lichtblick für die Gemeinde Eschenau, löst aber weiter nicht die Problematik einer fehlenden Mehrzweckhalle für größere Veranstaltungen, denn den Wochner-Festsaal gibt es ja nicht mehr und die derzeit dafür genutzte Rotheauer Feuerwehrhaus-Garage ist platzbegrenzt. „Wir wollen eine Mehrzweckhalle, aber dafür müssen wir uns erst mit in Frage kommenden Grundbesitzern einigen und auch so ein finanzielles Großprojekt genau kalkulieren“, sagt Bürgermeister Alois Kaiser.