Bezirk Lilienfeld: Run auf Räder und E-Bikes. Zweirad-Branche erlebt einen Aufschwung im Verkauf und Servicebereich, aber nicht erst seit dem Frühlingsbeginn.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 07. April 2021 (04:00)
Der Lilienfelder Schüler Matthias Buxhofer ist viel mit dem Mountainbike unterwegs. Gemeinsam mit Clemens Mayerhofer radelt er gerne auf den Muckenkogel.
C. Buxhofer, C. Buxhofer

Die Lust auf‘s Radeln steigt schon seit einigen Jahren, viele haben das E-Bike für sich entdeckt. Das ausgebaute Radwegenetz lockt. Die Pandemie hat diesen Trend dann noch einmal verstärkt: „Wir haben voriges Jahr um 50 Prozent mehr E-Bikes verkauft als noch 2019“, drückt es Roland Bauer in Zahlen aus.

Norbert Strametz erklärt: „Gute E-Bikes besitzen einen Akku mit mindestens 1.000 Ladezyklen.“
NOEN, privat

Die Gründe dafür liegen für den Traisner Radsportshopbetreiber klar auf der Hand: „Die Leute wollen raus, sie wollen sich bewegen. Andere Sportarten und Vereinsleben standen und stehen still, Fitnesscenter sind geschossen. Außerdem ist Radeln ein gesunder Sport und schonend für die Gelenke.“ Ähnliches stellt Norbert Strametz von Sportshop Strametz fest: „Ja, wir zählen nicht unbedingt zu den Verlierern der Corona-Krise.“ Umso wichtiger sei kompetente Beratung. Wichtig ist die genaue Abstimmung auf den Körper und die Fußlänge. Ohne Vermessung kein Fahrradspaß: „Die meisten Radler, die Probleme haben, haben das falsche Rad“, weiß er.

„Viele E-Bike-Fahrer sind beim Bremsen überfordert, da dies einer gewissen Technik bedarf.“ Johann Vonwald, Radexperte der Naturfreunde

Den Fahrrad-Boom bremsen allerdings Lieferschwierigkeiten aus, auch schon im letzten Jahr. Strametz weist auf geschlossene Werke während der Pandemie in Asien hin. „Jetzt ist es gerade am schlimmsten, wir hoffen, dass sich die Situation mit Mai, Juni entspannt“, stellt dazu Roland Bauer fest. Das Rohmaterial ist meist fertig, zusammengebaut und ausgeliefert werden kann es aber nicht.

Ronald Bauer meint: „E-Bikes starten bei 2.500 Euro aufwärts.“
privat, privat

Wer jetzt in ein E-Bike investieren will, muss sich also möglicherweise etwas gedulden. Und vielleicht doch noch am alten Drahtesel treten. „Einfach nur oben sitzen, geht aber auch auf einem E-Bike nicht“, lacht Strametz. Ob Jung oder Alt, der Konditionslevel ist beim E-Biken nicht so entscheidend. „Auch trainierte Leute profitieren vom E-Bike, weil länger in einem guten Pulsbereich gefahren werden kann“, erklärt Bauer. Jährlich muss ein E-Bike serviciert werden, es bekommt ein Update, ähnlich wie bei Autos. Beide Rad-Profis kennen die Vorteile des E-Bikes: Es ist eine psychische Unterstützung, zu wissen, dass man seine Touren größer anlegen könne. Eine ordentliche Einschulung der Käufer sei eine wichtige Basis, um unnötige Unfälle zu vermeiden.

„Auch trainierte Leute profitieren vom E-Bike, weil länger in einem guten Pulsbereich gefahren werden kann“

Johann Vonwald, begeisterter Radler und Mitglied der Naturfreunde Traisen, fährt sein E-Bike mit 72 Jahren auch gern auf Schotterstraßen und kann so lange Steigungen bewältigen, die er mit einem normalen Mountainbike nicht mehr schaffen würde. „Der Aktionsradius hat sich wieder vergrößert und der Spaß am Radfahren ist gestiegen“, freut er sich. „Viele E-Bike-Fahrer sind beim Bremsen überfordert, da dies einer gewissen Technik bedarf. Die Geschwindigkeit wird oft unterschätzt“, weiß Vonwald.

„Radfahren macht nur Spaß“, so Vonwald, „wenn die Rahmengröße passt und die Sitzposition vom Fachmann richtig eingestellt ist. Wichtig ist auch der passende Sattel, auch der Beckenknochen sollte vom Fachmann vermessen werden.“ Am richtigen Sattel sitzend, stellt er den Radwegen im Bezirk ein positives Zeugnis aus. Sie seien grundsätzlich gut ausgebaut, für Rennradfahrer wegen der höheren Geschwindigkeit aber nicht besonders geeignet. Traisental-, Gölsental- und Pielachtal-Radweg sind bis auf einige Ecken gut zu befahren; die Fahrweise sollte aber den Bodenverhältnissen angepasst sein. Die Verbindungsstraßen dazwischen passen, die Tour wird abwechslungsreicher. Auch die Mountainbike- Strecken in der Region sind schön und gut beschildert. „Eine besonders attraktive Strecke befindet sich im Reichraminger Hintergebirge, ist jedoch für Ungeübte nicht zu empfehlen“, verrät Vonwald.

Ein begeisterter Radsport-Fan ist der Lilienfelder Schüler Matthias Buxhofer. „Ich bin viel mit dem Mountainbike unterwegs“, erzählt er. Dabei wird er oft von Clemens Mayerhofer begleitet, Touren auf den Muckenkogel stehen da gerne am Plan.

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