Mariazell wie zu Kaisers Zeiten. Die Dreharbeiten für die Dokuserie „Erbe Österreich“ finden derzeit in Mariazell statt.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 18. Februar 2021 (03:45)
Bürgermeister Walter Schweighofer begrüßte das Filmteam mit Regisseur Alfred Ninaus, Karl Habsburg-Lothringen, der Mariazell oft und gerne besucht, und natürlich „Kaiser Franz Joseph.“
Fred Lindmoser/Anna Scherfler/RANFILM

 Einer der Hauptschauplätze ist die Basilika, aber auch im „Kaiserzimmer“ im Kaufhaus der Familie Arzberger wird gedreht. Und dazwischen kann einem durchaus Kaiser Franz Joseph über den Weg laufen. Karl Habsburg-Lothringen steht im Mittelpunkt der TV-Dokuserie „Erbe Österreich — Habsburgs Mariazell“, die bereits zu Ostern im Hauptabendprogramm von ORF III ausgestrahlt wird. Regisseur Alfred Ninaus und sein Team arbeiten dabei mit Kran-Kameras und Steadicam. Sogar eine Drohne war in der Basilika im Einsatz: „Natürlich unter allergrößter Vorsicht.“

Als Darsteller für Kaiser Franz Joseph konnte der Niederösterreicher Friedrich Jares gewonnen werden. Er hat nicht nur eine große Ähnlichkeit mit dem einstigen Kaiser Franz Joseph, sondern auch gleich ein eigenes „Kaiser Franz Joseph Museum“ in Groß Siegharts errichtet.
Fred Lindmoser/Anna Scherfler/RANFILM

Alfred Ninaus zeigt sich begeistert vom Enkel des letzten österreichischen Kaisers: „Karl Habsburg erzählte aufgrund seines profunden historischen Wissens sehr eindrucksvoll von der Beziehung der Habsburger zu Mariazell. Mit dem Ort verbinden ihn schöne Erinnerungen wie die silberne und goldene Hochzeit seiner Eltern Otto und Regina und seine eigene Hochzeit im Jahre 1993, die für ein großes Medienspektakel gesorgt hatte. Er erinnert sich an diese Ereignisse und erzählt uns davon.“ Aber auch ein trauriges Ereignis verbindet ihn mit Mariazell – die Trauerfeierlichkeiten seiner Eltern im Jahre 2011.

„Karl Habsburg erzählte aufgrund seines profunden historischen Wissens sehr eindrucksvoll von der Beziehung der Habsburger zu Mariazell"

Karl Habsburg kommt immer wieder, voriges Jahr war er sechs Mal hier und nützte das Mariazeller Umland für ausgedehnte Wanderungen mit seinen Kindern. In der Basilika hat er vor dem Gnadenaltar der Heiligen „Mater Austriae“ auch eine kurze Auszeit für ein stilles Gebet genommen: „Er war bei seinem Besuch tief beeindruckt von den vielen Schenkungen, die seine Vorfahren im Laufe der Zeit der Basilika zukommen lassen haben“, so der Regisseur. Kaiser Franz Josef besuchte Mariazell übrigens nur drei mal, im Jahr 1910 fuhr er mit der Mariazellerbahn zur Gnadenmutter. Maria Theresia reiste, unter anderem wegen ihrer Frömmigkeit, viel öfter an.

Auch das Kaiserzimmer im Kaufhaus Arzberger wird Schauplatz der Dokumentation sein, die Dreharbeiten in Mariazell dauern noch bis 24. Februar.
Fred Lindmoser/Anna Scherfler/RANFILM

Karl Habsburg habe sein Wissen von seiner Großmutter Zita, der Gemahlin des letzten Kaisers der Donaumonarchie. Sie erzählte ihm von den wenigen spannenden Monaten, in denen sein Großvater Karl noch Kaiser war – über die Beziehung auch zum Wallfahrtsort und dessen Entstehungsgeschichte. „Nun konnte er sein Wissen für unser zeithistorisches Filmdokument authentisch einbringen“, freut sich Alfred Ninaus.