Postlerin blitzte mit Anzeige gegen St. Aegyder ab. Dass ein St. Aegyder eine Zustellerin genötigt haben soll, glaubte das Gericht letztlich nicht.

Von Büro Lilienfeld. Erstellt am 15. Februar 2021 (11:44)
Symbolbild
Andrey_Popov/Shutterstock.com

„Ich prack‘ dir eine! Reiß das Packerl her, sonst hau‘ ich dich nieder!“ Das soll ein St. Aegyder zu einer Zustellerin gesagt haben. Wegen Nötigung saß er deswegen vor Gericht.

Die Vorgeschichte: Da er ein Nachnahme-Paket erwartete, habe er Geld abgehoben. Als die Postbeamtin eintraf, sei er aber einheizen gewesen. Gewartet habe sie nicht. Deshalb sei er ihr mit dem Auto nachgefahren. Der Angeklagte gestand ein, dass er verärgert war, beschimpft hätte er die Postlerin nicht.

Die Verhandlung wurde vertagt, nun seine Mutter einvernommen. Diese bestätigte, dass ihr Sohn gerade einheizen war und sie kein Bargeld im Haus hatte, um für ihn den Betrag zur Paketannahme zu begleichen — auch, dass die Postlerin nicht wartete.

Die Zustellerin hatte erst Tage später Anzeige erstattet. Das spreche nicht für jemanden, der verängstigt sei, so die Verteidigerin des St. Aegyders. Der Richter fand die Schilderung der Mutter und die des St. Aegyders glaubwürdig. Die Postlerin sei widersprüchlich gewesen. Der Prozess endete mit einem Freispruch.