Nein zu Windparkanlage . Bis zu neun Windräder sind im Bereich Kieneck geplant. Eingriffe in die Natur beunruhigen Mandatare.

Von Markus Zauner. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:38)
Symbolbild
NOEN, BVZ/Müllner

Geht es nach einer Wiener Firma, sollen im Bereich Kieneck bis Unterberg und teils in Richtung Adamstal auf einer Seehöhe von rund 1.000 Metern sieben bis neun Windräder gebaut werden. Ramsau wäre dann Teil eines Windparks, der sich mit insgesamt dreizehn – rund 200 Meter hohen – Windrädern auch auf die Gemeinden Furth (Bezirk Baden) und Muggendorf (Bezirk Wr. Neustadt) ausdehnen würde und in frühestens acht bis zehn Jahren realisiert werden soll. Investitionsvolumen: 5 bis 5,5 Millionen Euro je Windrad bei einer Nennleistung von 4,2 Megawatt.

Windräder wären 200 Meter hoch

Die Präsentation der Pläne im Gemeinderat durch Bürgermeisterin Gertraud Steinacher (ÖVP) entfachte eine lebhafte, rund 25-minütige Debatte. Mit dem Endergebnis eines (für Ramsau nicht immer üblichen) einstimmigen Beschlusses gegen die Verwirklichung des Windpark-Projektes. Der Grundtenor der Mandatare: Das Vorhaben sei ein massiver Eingriff in die Umwelt mit unabsehbaren Folgen. Sie frage sich, „ob nicht mehr Natur zerstört wird, als die Sache bringt“, warf etwa die Ortschefin in die Diskussion ein – auch im Hinblick auf die Tatsache, dass ein Windrad über einer Wasserquelle errichtet werden soll.

Sie frage sich, „ob nicht mehr Natur zerstört wird, als die Sache bringt“, so Gertraud Steinacher (ÖVP).
NÖN

In eine ähnliche Kerbe schlug Ferdinand Reicherstorfer von der Bürgerliste: „Mit so einem Anlagen-Park greift man in die Natur für Jahrzehnte ein.“ Besonders warnte er vor Problemen mit (für den Menschen nicht hörbaren) Infraschallwellen, die von solch riesigen Windrädern ausgehen und sich in Boden und Luft stark fortsetzen würden. „Ich habe gleich gar nicht schlafen können, als ich von dem Projekt erfahren habe“, räumte Bürgerlisten-Chef Stefan Steinacher ein und warnte vor einer Lkw-Lawine, die die Realisierung des Windparks für die Gemeinde bedeuten würde. Außerdem sei der Bau einer „riesigen Straße“ auf das Kieneck vorgesehen. Das „verändere den ganzen Berg“. Ehe es zur Abstimmung ging, versicherte SPÖ-Mandatar Patrick Zöchling vor den Augen und Ohren einiger Anrainer (und somit Windpark-Gegner) noch, dass offenkundig alle Gemeinderäte gegen das Großprojekt sind.

Das Stift Lilienfeld als Grundeigentümer am Kieneck stehe dem Windpark positiv gegenüber, betont indes Forstdirektor Klaus Kratzer auf NÖN-Anfrage: „Das Stift kann sich das vorstellen.“ Am Zug sei aber ohnehin das Land. Letzteres müsste eine Änderung durchführen, weil Ramsau derzeit nicht als Windkraft-Zone ausgewiesen ist. In den Händen des Ramsauer Gemeinderates wiederum läge eine entsprechende Änderung des Raumordnungsprogrammes, die angesichts der jetzigen Ablehnung der Windpark-Pläne aber nicht erfolgen dürfte.

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