Mariazell vor Urnengang. Nach Verschiebung wegen Coronakrise ist am 28. Juni neuer Termin. Match um Bürgermeister-Sessel: Kleinhofer (SP) und Schweighofer (VP) stellen Führungsanspruch.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 27. Juni 2020 (03:54)
Symbolbild
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Im März 2015 fiel beim ersten Urnengang nach der Zusammenlegung von Gemeinden in der Steiermark die ÖVP-Hochburg Mariazell, der Wallfahrtsort wurde rot. Der langjährige SPÖ-Bürgermeister von St. Sebastian, Manfred Seebacher, zog ins Mariazeller Rathaus ein.

Dass das nun auch so nach der wegen der Coronakrise vom 29. März auf den 28. Juni verschobenen Gemeinderatswahl bleibt, möchte Bürgermeister Johann Kleinhofer. Der Sozialdemokrat ist nach dem Rücktritt von Manfred Seebacher und dem Intermezzo von Michael Wallmann seit Dezember 2019 im Amt. „Manfred Seebacher hat eine hohe Latte vorgelegt“, sagt Johann Kleinhofer über Seebachers erreichten Stimmenanteil von knapp 54 Prozent, „ich will den Vorsprung halten, ob ein Vierer oder ein Fünfer beim Ergebnis vorne steht, ist nicht so relevant.“

Beruflich hat er den Geschäftsführer der Mariazeller Land GmbH abgegeben, leitet die Geschicke der Bürgeralpe aber weiter. Politische Erfahrung sammelte Johann Kleinhofer ein Vierteljahrhundert auch als Gemeinderat in St. Sebastian und Mariazell. An der Spitze zu stehen, sei jedoch etwas anderes, räumt er ein. „Ich bin gut eingearbeitet in die breite Palette der Aufgaben, das ist ein Vorteil“, so Johann Kleinhofer. Der Zweitgereihte auf der SPÖ-Liste ist Vizebürgermeister Fabian Fluch.

Den Führungsanspruch stellt ebenfalls Walter Schweighofer, ÖVP-Vizebürgermeister seit September 2017. „Klares Ziel ist, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen“, gibt er die Marschroute vor: „Bürgermeister werden zu wollen, keine Frage.“

Der Land- und Forstwirt war vor der Fusion im Gemeinderat in Halltal tätig. Abgesehen von Stadtrat Helmut Schweiger, der an zweiter Stelle der ÖVP-Kandidatenliste steht, gehe er mit einem „neuen Team“ ins Rennen, lässt Schweighofer wissen.