Fette Beute bei 22 Coups. Gefängnis fasste 27-Jährige für Einbrüche bereits aus. Mittäter kassierte nun viereinhalb Jahre Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 08. Mai 2018 (05:03)
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Symbolbild

Nach Pleite mit ihrem Unternehmen war eine 27-Jährige aus Lilienfeld auf die schiefe Bahn geraten. Wie berichtet fasste die gebürtige Rumänin für Einbrüche bereits drei Jahre Gefängnis aus.

Nun sitzen zwei Mittäter, ihr Freund, ein Rumäne (31), und ein 18-jähriger Verwandter vor Richtern im Prozess am Landesgericht St. Pölten. 22 Mal schlug der 31-Jährige mit seiner Freundin erfolgreich zu. In leer stehende Häuser, Ferienhäuser, ins Stift Lilienfeld und das ehemalige Erholungsheim in Lehenrotte stiegen sie ein, machten insgesamt Beute im Wert von 32.000 Euro. Porzellan, Besteck, Gemälde und historische Foto-Alben wechselten genauso den Besitzer wie Fernseher und Waschmaschine. Auf Flohmärkten, im Internet und im Dorotheum wurde vieles davon verscherbelt.

„Sie hat mir gefallen, nur deshalb habe ich mitgemacht.“Ein Rumäne (31) im Prozess am Landesgericht in St. Pölten

Eine Statue des heiligen Florian, die im Bezirk St. Pölten entwendet worden war, ließ die Bande in einem Auktionshaus schätzen und flog auf. Diebsgut wurde bei der Verhaftung gefunden, vieles wurde Eigentümern zurückgegeben.

Warum der 31-Jährige bei den Einbrüchen mitgemacht hat? „Ich wollte mich nicht bereichern. Sie hat mir gefallen, ich hatte mit ihr ein Abenteuer. Nur deshalb habe ich mitgemacht“, will er weismachen. Und sagt: „Halbe halbe haben wir gemacht.“

Geeignete Objekte für die kriminellen Aktivitäten habe die 27-Jährige ausgewählt, erklärt er. „Sie hat gewusst, was wertvoll ist, sie hat entschieden, was wir mitnehmen. Sie hat sich im Internet informiert.“

Dass der 31-Jährige nur aus Liebe eingebrochen hat, glaubt ihm der Schöffensenat nicht. „Sie haben es gemacht, um Ihre Finanzen aufzubessern“, sagt der vorsitzende Richter Markus Grünberger zu dem Angeklagten und verhängt über den dreimal Vorbestraften wegen gewerbsmäßig schwerer Diebstähle durch Einbruch viereinhalb Jahre hinter Gittern. „Der Gesetzgeber sagt, dass es besonders verwerflich ist, in Wohnstätten einzubrechen, auch wenn sie unbewohnt sind“, begründet der Richter.

Der 18-Jährige, er brach vorwiegend Geldkassen von Kartoffel-Verkaufsständen und Zeitungskassen auf und machte rund 4.500 Euro Beute, kommt mit einem Jahr auf Bewährung davon. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.