Noch viel Potenzial für die Schiene im Traisen- und Gölsental

Über 6,3 Millionen Tonnen Güter bewegen sich im Jahr in, aus und durch die Kleinregion Traisen-Gölsental. Der Bahntransport hat aber nur einen Anteil von 2,5 Prozent.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:33
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Luft nach oben gibt es bei den Schienentransporten.
Foto: privat

Aufschlussreiche Zahlen lieferte die im Rahmen der Vorstandssitzung der Kleinregion Traisen-Gölsental präsentierte Güterstromanalyse.

Demnach bewegen sich im Jahr mehr als 6,3 Millionen Tonnen Güter in, aus und durch die Kleinregion. Betrachtet man nur die Verkehre in und aus der Region, so hat der Bahntransport aber nur einen Anteil von 2,5 Prozent an diesem Transportvolumen. Positiv hingegen: 73,4 Prozent der Rohholztransporte werden über die Bahn abgewickelt.

Die Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass es im Güterverkehr eines ,sowohl als auch‘ bei Straße und Schiene bedarf.“ Manuel Aichberger Obmann der Kleinregion

Im Zuge der Analyse wurden auch Potenziale für einen vermehrten Schienentransport erhoben. Vielfach bedürfe es zur Hebung dieser aber Änderungen an den Rahmenbedingungen, weiß Kleinregionsobmann Manuel Aichberger. Diese Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen der Studie auch gleich ausgearbeitet und umfassen 50 Einzelpunkte, die sich von der Region über das Land NÖ und den Bund bis zur EU richten.

„Mit dieser Erhebung haben wir die Grundlage für die weitere Arbeit in diesem Bereich für unsere Region geschaffen, denn Entscheidungen und Maßnahmen können nur so gut sein, so gut die Grundlagen dafür aufbereitet wurden. Wir können nicht immer von Verlagerungspotenzialen reden, wenn wir nicht wissen, wo diese liegen“, begründet Kleinregionsmanager Roland Beck die Wichtigkeit der Studie.

Obmann Manuel Aichberger ergänzt: „Die Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass es im Güterverkehr eines ,sowohl als auch‘ bei Straße und Schiene bedarf. Luft nach oben gibt es freilich bei den Schienentransporten, wobei die Kleinregion hier erwiesenermaßen mit dem Projekt der Anschlussbahn Traisental selbst außerordentlich engagiert ist und auch ausgezeichnet wurde. Meine Vorgänger haben in diesem Zusammenhang besonderen Weitblick bewiesen.“

Erlebnisbahn- und Schulungsbetrieb fixiert

Tatsächlich befinden sich sechs der neun aktiven Verladestellen im Güterverkehr auf der von der Kleinregion betriebenen Anschlussbahn Traisental zwischen Freiland und St. Aegyd. Zusätzlich werde in den kommenden Jahren auf dieser Strecke verstärkt auf einen touristischen Erlebnisbahn- und Schulungsverkehr gesetzt, kündigt Roland Beck in seiner Funktion als Geschäftsführer der regionseigenen Eisenbahngesellschaft an.

Der seit 2018 in St. Aegyd beheimatete Österreichische Club für Diesellokgeschichte hat dieses Jahr die Berechtigung als Nebenanschlussbahn mit Eigenbetrieb erlangt. Damit und mit der im November reaktivierten Wartungsgrube steht nun einem Beginn der ambitionierten Pläne für einen touristischen Erlebnisbahn- und Schulungsbetrieb nichts mehr im Wege. Gemeinsam mit der Kleinregion und der Bahnakademie der Firma Logserv sollen Ausbildungen für Privatpersonen zum Lokführer auf der Anschlussbahn Traisental organisiert werden.

Ziel sei es, dass die Absolventen dieser Ausbildung selbstständig Fahrten mit den Fahrzeugen des ÖCD auf der Anschlussbahn Traisental durchführen dürfen. Weiters soll es Lokführer-Schnupper-Wochenenden und Erlebnis-, sowie Fotofahrten geben, lässt die Kleinregionsspitze wissen.