Auch Tierheime haben mit Covid-Folgen zu kämpfen

Mehr Einsätze aber weniger Spenden und Unterstützung durch Freiwillige: Die Pandemie fordert Tierheime und Gnadenhöfe in der Region St. Pölten.

Maria Prchal
Maria Prchal Erstellt am 22. September 2021 | 05:11

Nicht nur der Platz auf den Intensivstationen wird knapp: Auch die Tierheime und Gnadenhöfe stoßen an ihre Grenzen. „Wir sind am Limit“, sagt St. Pöltens Tierheimleiter Davor Stojanovic. „Täglich kommt eine neue böse Überraschung. Unsere Krankenräume und Zimmer sind voll. Der Bereitschaftsdienst ist fast durchgehend im Einsatz. In den letzten 26 Jahren hier habe ich so etwas noch nicht erlebt.“

Covid habe einerseits für einen Einbruch bei den Spenden gesorgt, wie auch Brigitte Obermaier vom Kirchberger Gnadenhof Gut Friedstein leidvoll bestätigt. Andererseits fehlen Benefizveranstaltungen wie Flohmärkte und Weihnachtsmärkte schmerzlich.

Zudem haben sich viele Menschen in den Lockdowns Tiere angeschafft, die sie jetzt wieder loswerden wollen, so Obermaier: „Gerade Hühner waren ein Trend. Bis die Menschen sich daran stören, dass der Hahn in der Früh kräht.“

Fälle von Animal Hording haben laut Tierheim ebenfalls zugenommen. Zuletzt wurden 17 Chihuahuas gerettet, die mit 120 ihrer Artgenossen gehalten wurden. Tierschutzverein-Obmann-Stellvertreter Thomas Kainz: „Normalerweise haben wir drei bis fünf Beschlagnahmungen pro Jahr, heuer waren es über zehn.“

40 Hunde wohnen derzeit im Tierheim, normalerweise 25. Gleichzeitig habe Corona die Vergabe erschwert. Um die Mehrbelastung zu stemmen, fehlen die Freiwilligen. Beide Institutionen suchen nach Unterstützung: „Sei es Spazierengehen, als Ziehmutter für Igelbabys oder simpel jemand, der uns bei der Gartenarbeit hilft“, bittet Kainz um Hilfe.

Die bekommt das Tierheim zum Glück auch von Bund, Stadt und Land. Das Gut Friedstein hingegen habe keine Covid-Hilfen bekommen, sondern sei auf seinen Mehrkosten sitzen geblieben, klagt Obermaier.

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