Ein Herz für Vierbeiner. Die Tierpflegerinnen Michaela Nemeth und Sandra Schörghofer haben in Gstettl ein innovatives Tierschutzprojekt gestartet. Jetzt suchen sie dringend Förderer.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 28. Juni 2017 (05:43)
NOEN, Wohlmann
Michaela Nemeth und Sandra Schörghofer (von links) wollen sich um Tiere, die ihr Zuhause verlieren, kümmern. Landwirt Franz Feichtinger stellt ihnen seinen Hof dafür zur Verfügung.

Es wiehert, meckert und grunzt am Bauernhof von Landwirt Franz Feichtinger in Gstettl, der für seine Freilandeier bekannt ist. Er hat einen Teil seines Anwesens an die beiden Tierpflegerinnen Michaela Nemeth und Sandra Schörghofer verpachtet. Die 21-jährige gebürtige Wienerin und die 27-jährige Salzburgerin haben zuletzt im Tierheim „Animal Spirit“ am Hendlberg in Laaben gearbeitet.

Jetzt wollen sie sich selbstständig machen und ein eigenes Tierheim führen. Der Verein „SonnenRanch - gibt Tieren Hoffnung“ wurde Ende Jänner gegründet und ist bestrebt, einen Tiergnadenhof zu betreiben. „Mir sind Tiere auch ein großes Anliegen und ich habe genug Platz“, erklärt Hühnerzüchter Feichtinger, warum er dafür sein Anwesen zur Verfügung stellt, hofft aber, dass sich die Investitionen in den nächsten Jahren rechnen. In den vergangenen Monaten ist schon viel passiert, sodass die ersten Tiere bereits eingezogen sind.

Dringend auf Förderer angewiesen

„Diese Tiere werden bei uns ihren Lebensabend verbringen. Wir sind bestrebt, eine herzeigbare Tierschutzeinrichtung aufzubauen und Tiere bei uns aufzunehmen, die aus verschiedensten Gründen in Not geraten sind. Durch dieses Projekt wird Hainfeld noch zusätzliche Bekanntheit erfahren“, berichtet Schörghofer, dass es ihnen wichtig sei, in ihrem Berufsfeld auch Gutes zu tun.

Wohlmann
Landwirt Franz Feichtinger

Mit diesem durchaus gewagten Projekt sind die beiden jungen Damen nun dringend auf Förderer angewiesen, damit sie ihren Traum auch finanziell umsetzen können. Ziel sei es, „die Tiere ordentlich zu versorgen und selbst davon leben zu können“, wie sie im Gespräch erzählen, denn für Tierpfleger sei es in der Gegend nicht leicht „einen adäquaten Job zu finden“, so Schörghofer.

Zwergziegen als „Scheidungswaisen“

Auf der „SonnenRanch“ leben unter anderem ein elfjähriges Dressurpferd mit Sehnen- und Hüftproblemen, ein ausrangiertes Polo-Pferd mit Sattelzwang, eine 29-jährige Vollblutaraberstute, Hängebauchschweine und Zwergziegen, die als „Scheidungswaisen“ ihr zu Hause verloren haben. Selbst sind die beiden auch Hundebesitzer. Die meisten Tiereigentümer seien dankbar, dass sie einen Lebensplatz für ihre Tiere gefunden haben. Sorgen, dass sie mit ungeliebt gewordenen Vierbeinern gerade jetzt zu Beginn der Ferienzeit überhäuft werden könnten, haben die beiden nicht.