Prozess wegen Drohung: „Erschieße dein Kind“. 42-Jähriger leugnet, mit dem Umbringen gedroht zu haben. „Alles ein Blödsinn“, sagt er. Richter vertagt daraufhin den Prozess.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 02. Februar 2017 (05:56)
NOEN, Symbolfoto: Shutterstock

„Er war ein guter Freund von mir. Jetzt ist er das nicht mehr“, wettert ein 42-jähriger Beschäftigungsloser im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Auf einen 36-jährigen Arbeiter aus dem Bezirk ist er nicht gut zu sprechen, wegen gefährlicher Drohung sitzt er nun vor dem Richter.

„Dass es aus mit mir wäre, dass er mir etwas antun werde und dass er mein Kind erschießen werde, hat er zu mir gesagt“, erzählt der 36-Jährige vor dem Richter. Mit diesen Worten gedroht habe ihm der 42-Jährige zwei Mal. „Weil er glaubt, dass ich mit seiner geschiedenen Frau ein Verhältnis habe. Aber das stimmt nicht. Ich habe ihr nur beim Holzschneiden geholfen, das hat ihm aber nicht gepasst“, setzt der vermeintlich Bedrohte fort.

„Wenn ich Nein sage, dann ist das so.“

Despotisch gibt sich der Angeklagte (42) im Prozess wegen gefährlicher Drohung

Geständig zu den Vorwürfen ist der 42-Jährige nicht. „Alles ein Blödsinn“, erklärt er und gibt sich despotisch. „Ich habe ihm nur gesagt, dass er auf dem Hof nichts verloren hat. Er darf dort nicht hin. Denn wenn ich Nein sage, dann ist das so“, entrüstet er sich.

Dem stimmt der Richter nicht zu. „Ihre Ex-Gattin darf einladen, wen sie will. Das haben Sie zu akzeptieren“, teilt er dem Angeklagten harsch mit.

Ob sich der 36-Jährige gefürchtet hat? „Angst habe ich keine und ich weiß auch nicht, ob er beabsichtigt, mich zu schlagen. Fähig dazu ist er aber. Weil ich weiß, was er seiner Familie angetan hat. Deshalb habe ich Anzeige erstattet“, so das mutmaßliche Opfer.

Auf ein Urteil muss der Hainfelder noch warten. Weil Zeugen dem Prozess fernbleiben, vertagt der Richter auf unbestimmte Zeit.