Hainfeld , Rohrbach an der Gölsen

Erstellt am 12. Januar 2019, 05:36

von Claudia Stöcklöcker

40 Shampoos in einem Rucksack. Beim Stehlen wurde Georgier (36) ertappt, mit gefälschten Dokumenten reiste er durchs Land.

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„Ich wollte nicht stehlen“, sagt ein Georgier vor dem Strafrichter und ergänzt: „Doch vielleicht habe ich mit dem Gedanken gespielt.“

In Hainfeld steckte der 36-Jährige im Dezember 2016 in einem Diskonter eine Flasche Shampoo in die Tasche seiner Jacke. Eine Verkäuferin beobachtete das und stellte den Mann zur Rede. Der Asylwerber gab Fersengeld und flüchtete gemeinsam mit einem Landsmann mit einem Auto. Weit kamen die Männer nicht, von Polizisten wurden sie in Rohrbach geschnappt.

„Ich wollte nicht stehlen“

Bei dem 36-Jährigen fanden die Ermittler gefälschte Dokumente, einen israelischen Reisepass samt Führerschein und Personalausweis. Und zwei Passantinnen entdeckten in der Nähe des Diskonters hinter einem Gebüsch einen Rucksack mit 40 Flaschen Shampoo. Mit denen will der Angeklagte nichts zu tun haben. „Die gehören ihm, ich glaube, die hat er gesammelt. Er hatte vor, sie nach Georgien zu bringen“, sagt er über den vermeintlichen Mittäter, der mittlerweile untergetaucht ist.

Strenge fordert der Staatsanwalt. „Die Aussagen des Angeklagten klingen unglaubwürdig“, meint er. Weil der Georgier unbescholten ist, kommt er mit Probezeit von zwei Jahren davon. Vom Vorwurf des Diebstahls der Shampoos im Rucksack wird er im Zweifel freigesprochen. „Schuld kann hier nicht nachgewiesen werden“, begründet der Richter den nicht rechtskräftigen Freispruch.