Frau nimmt Ortsnamen an: Frau Hohenberg ist glücklich. 62-jährige Zuzüglerin hat in Ehrerbietung ihrer neuen Heimatgemeinde Hohenberg sogar extra den Namen des Ortes angenommen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:39)
Das Haus Markt 6 hat Elke Hohenberg erworben. Bürgermeister Heinz Preus begrüßt, dass nun das Anwesen, dessen Grundstrukturen ins Mittelalter reichen, liebevoll hergerichtet wird.
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Herzlichkeit, Offenheit, Heiterkeit, Energie, Natürlichkeit, Beständigkeit, Erlebnisse, Romantik und Gemütlichkeit: Wenn man die Anfangsbuchstaben dieser Worte aneinanderreiht, ergeben sie das Wort Hohenberg. Und genau das strahlt die Gemeinde Hohenberg für eine ehemalige Wienerin aus, die mit 1. Juli hier ihren Hauptwohnsitz angemeldet hat. Weil sie von ihrer neuen Heimat so fasziniert ist, hat sie sogar ihren Nachnamen behördlich ändern lassen: von Kronberger auf Hohenberg.

„Ich habe mich völlig verändert, seit ich hier bin. Ich bin einfach glücklich in Hohenberg"

Elke Hohenberg hat in der Gemeinde, in der sie zuvor noch nie war, mit dem Kauf des Anwesens Markt 6, direkt neben dem ehemaligen Gasthof „Zwei Linden“, einen Schritt in ein neues Leben gewagt. Seit zwei Jahren ist die 62-Jährige im Ruhestand. Die ersten sieben Lebensjahre hat sie in Ybbs verbracht, dann zog sie nach Ulmerfeld-Hausmening, später machte sie in St. Pölten die Ausbildung zur Diätassistentin. In Folge verschlug es sie in die Bundeshauptstadt Wien, wo sie rund vier Jahrzehnte als Immobilienberaterin verblieb. Mit der Pension war für sie klar: „Ich will weg von Wien!“ Wie eine Fremde hatte sie sich dort in den letzten Jahren gefühlt.

„Bis ins Waldviertel habe ich geschaut, aber nichts Passendes gefunden“

Daher machte sie sich auf Immobiliensuche. Der Bezirk Lilienfeld stand so gar nicht im Fokus. „Bis ins Waldviertel habe ich geschaut, aber nichts Passendes gefunden“, erzählt sie. Durch Zufall ist sie dann aber auf die Immobilie in Hohenberg gestoßen. „Das Haus sprach mich sofort an, schon am Bild. Als ich dann zur Besichtigung reinging, wusste ich: „Da bin ich zu Hause.“ Sie kaufte das Anwesen mit Garten und Nebengebäuden, auch wenn es hier noch so einiges zu sanieren gibt. „Das stört mich nicht, ich habe ja Zeit“, sagt sie. Im Ort wurde sie herzlich aufgenommen, stieß bislang nur auf freundliche, hilfsbereite Menschen. Vor allem Wirtin Elisabeth Eckinger möchte sie hervorheben. Doch nur eine örtliche Veränderung war ihr nicht genug: Ihr neuer Lebensabschnitt sollte durch eine Namensänderung komplettiert werden.

„Ich habe mich völlig verändert, seit ich hier bin. Ich bin einfach glücklich in Hohenberg. Jetzt bin ich angekommen“, sagt sie. Und: „Es war für mich klar, dass ich diesen klingenden Namen auch tragen möchte.“ Die Namensänderung war kostenpflichtig, aber problemlos.

Bürgermeister Heinz Preus freut sich über die neue, offenherzige Mitbürgerin, die nun sogar den Namen seiner Gemeinde trägt: „Das ist zwar nicht alltäglich, aber ein schönes Zeichen, dass unser Hohenberg ein wirklich lebenswerter Ort ist.“