Junge Katzen wurden wie Müll entsorgt. Radfahrer entdeckten ausgesetzte Samtpfoten am Wallfahrerweg bei Traisen, die Polizei zeigte ein Herz für die Katzen. Jetzt wird nach dem Tierquäler gesucht, Hinweise sind dringend erbeten!

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 09. Juli 2019 (06:04)
Wohlmann
Tierfreunde und Helfer in der Not: Die Polizisten Bernd Ebner und Dominik Köberl (von links) retteten die drei Kätzchen und danken den Radfahrern für deren Aufmerksamkeit, dass sie die Tiere entdeckt haben.

Herzlose Menschen haben am Wallfahrerweg in der brütenden Hitze drei Katzenwelpen ausgesetzt ( wir hatten berichtet, siehe hier ).

Wohlmann
Bi dieser Kapelle wurden die drei Kätzchen entsorgt.

Dass diese Tierquälerei zeitgerecht entdeckt wurde, ist der Aufmerksamkeit von Radfahrern zu verdanken. Die Oberösterreicher wurden am Mittwoch auf einen verdächtigen Papiersack, der neben den Sitzbänken bei der dortigen Wallfahrerkapelle abgestellt war, aufmerksam und verständigten die Exekutive. Die Lilienfelder Bernd Ebner und Dominik Köberl fuhren sofort zur Kapelle.

Beamte wurden zu Tierrettern

„Wir fanden drei junge Kater auf. Diese wurden in einem Papiersack abgestellt“, schildert Ebner. Und so wurden die Beamten zu Tierrettern. Sie schnappten die Welpen und brachten diese mit dem Streifenwagen auf die Lilienfelder Polizeidienststelle. Sofort wurden die Tiere, die erst ein paar Wochen alt sind, mit Wasser und Futter versorgt.

Stiegler
Nico Stiegler freut sich, dass seine Mama den Kater übernommen hat.

Mit der Behörde wurde dann abgeklärt, dass die Tiere weitergegeben werden dürfen. Eine tierliebende Lilienfelder Beamtin übernahm zwei der Jungkater, der dritte Katzenwelpe wurde von der Reinigungskraft der Polizei, Susanne Stiegler, übernommen.

„Unsere Beamten haben ein Herz für Tiere gezeigt und sich bis zur Weitergabe bestens um die Katzen gekümmert. Es freut mich natürlich sehr, dass wir den Tieren so das Leben retten konnten“, sagt Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner, betont aber, „dass natürlich Anzeige wegen Tierquälerei erstattet wurde.“

Sachdienliche Hinweise an Polizei erbeten

Jetzt wird nach dem Tierquäler gesucht. Die Exekutive nimmt daher sachdienliche Hinweise, auch vertraulich, auf jeder Polizeidienststelle entgegen. „Vielleicht hat ja jemand verdächtige Beobachtungen im Bereich der Kapelle gemacht oder ein Fahrzeug oder auch eine Person, die etwas abgestellt hat, gesehen“, meint Hochgerner. Mitunter fällt auch jemandem auf, dass plötzlich wo Jungkatzen fehlen, die erst kürzlich zur Welt gekommen sind.

Völliges Unverständnis zeigt auch der Lilienfelder Tierarzt Heinz Heistinger und ärgert sich, „dass es immer noch Personen gibt, die sich ihrer Tiere auf so tierschutzwidrige und lebensverachtende Weise zu entledigen versuchen“. Er verweist auf das Förderprojekt des Landes Niederösterreich in Kooperation mit Gemeinden und Tierärzten. „Die Kastrationskosten für Streunerkatzen werden dabei zu gleichen Teilen von Land, Gemeinden und Tierärzten getragen. Zur Abwicklung des Projektes werden Gutscheine ausgegeben. Ein Förderantrag ist bei der Gemeinde zu stellen“, informiert er.