Erstellt am 16. Mai 2014, 09:22

von APA/Red

Hochwasser im Bezirk Lilienfeld. Die Hochwasserlage spitzt sich aufgrund der anhaltenden Regenfälle im Bezirk Lilienfeld zu, Traisen und Gölsen steigen weiter.

 |  NOEN, Markus Zauner

Update 20:20 Uhr (APA):

"Entspannung entlang Traisen und Gölsen, trotzdem keine Entwarnung!" So beschrieb das Bezirksfeuerwehrkommando Lilienfeld am Freitagabend die Situation nach dem Starkregen. Demnach fielen in den vergangenen Stunden die Wasserstände der Traisen und Gölsen, Straßensperren konnten aufgehoben werden.

In den Nachtstunden würden jedoch wieder bis zu 100 Liter pro Quadratmeter vorhergesagt. Mit einem neuerlichen Anschwellen der Flüsse sei daher zu rechnen.

Das Bundesheer, das in Lilienfeld eingesetzt war, sei mittlerweile wieder eingerückt, und die drei Katastrophenhilfsdienstzüge haben ihre Arbeiten in Schrambach, Traisen, Rotheau und St. Veit fast abgeschlossen. Mehrere 1.000 Sandsäcke wurden bereits gefüllt und verlegt. Um 18.00 Uhr waren noch 504 Kräfte tätig. Die meisten Feuerwehrhäuser und natürlich auch die Bezirksalarmzentrale bleiben in den Nachtstunden besetzt, hieß es.
 



Update 14.39 Uhr:

Kaumbergs Bürgermeister Michael Singraber, selbst Feuerwehrmitglied: „Wir sind laufend seit  der Früh im Einsatz. Eine Mure ging bei einem Haus ab, wir kämpfen mit Verklausungen und weiteren kleine Murenabgängen. Besonders kritisch stellt sich für uns der Bereich beim Renzenhof dar."

Aktuelles Video:

Dramatische Szenen aus dem Bezirk Lilienfeld.
 

Update um 12.30 Uhr:

Die Lage in  Rotheau spitzt sich zu. Die Wassermassen haben das Betriebsgebiet von Rotheau erfasst, eine Zufahrt von der B 20 ist derzeit nicht möglich  Ansässige Betriebe haben bereits ihr Inventar, soweit als möglich, in Sicherheit gebracht.

x  |  NOEN, privat
Hohenbergs Bürgermeister Heinz Preus
überzeugte sich von der  Effizienz des
neuen Retentionsbecken nördlich der
Schanzel -Siedlung und ist überzeugt:
"Durch die Hochwasser-Schutz-
maßnahmen der letzten Jahre konnte
jetzt in Hohenberg sehr viel Schaden
abgewendet werden. "


Besonders betroffen sind  das Gasthaus Pils und die angrenzenden Anrainer. „ Fünf Häuser wurden bereits evakuiert“, schildert Rotheaus FF-Kommandant Hermann Sochorec. Auf Hochtouren laufen daher weiter die Pump- und Absicherungsarbeiten bei der Feuerwehr Rotheau, denn das Hochwasser kennt keine Grenzen: Es  hat mittlerweile im Kreuzungsbereich die Fahrbahn der Bundesstraße 20 erfasst, sodass diese nur einspurig befahrbar ist.



,,Um 8.45 Uhr wurde der gesamte Bezirk Lilienfeld zum Katastrophengebiet erklärt“, bestätigt Bezirkshauptmann Ernst Anzeletti. In der Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld wurde ein Krisenstab eingerichtet.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Rund 100 Feuerwehrmänner aus allen Feuerwehren des Bezirkes standen und stehen im Einsatz, um Sandsäcke zu füllen und Schlimmeres zu verhindern. Auch Katastrophenzüge der Feuerwehr, Kräfte des Bundesheeres und der Bergrettung wurden zur Unterstützung angefordert.     


,,Gesperrt sind derzeit die L 107 zwischen Rotheau und Eschenau, die LH 133 zwischen Rainfeld und Kleinzell sowie die L 5193 zwischen Kaumberg und Klammhöhe“, schildert Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner.

Drei KHD Einheiten sind bereits angefordert und befinden sich am Anmarsch, je eine wird in St. Veit und Schrambach zum Einsatz kommen und eine dritte als "Schnelleingreiftruppe" dort eingesetzt wo sie benötigt wird.

Das Einkaufszentrum Lilienfeld wurde bereits gesperrt, mehrere große Firmen z.B. in Marktl und Traisen haben ihre Produktion gestoppt und bereiten sich auf Ärgeres vor. Verklausungen und überlaufende Zubringerbäche von Traisen und Gölsen sind nur ein Teil der vielfälltigen Einsätze die abzuarbeiten sind.

Derzeit sind fast alle Feuerwehren des Bezirkes mit mehr als 350 Mann im Einsatz.