Tagesziele im Bezirk Lilienfeld melden Gäste-Minus. Nach großteils empfindlichen Besuchereinbußen hoffen Betreiber nun auf „goldenen Herbst“.

Von Markus Zauner. Erstellt am 08. September 2021 (05:38)
Eibl-Jet in Türnitz Symbolbild Tagesziele im Bezirk Lilienfeld melden Gäste-Minus
Fahrspaß für Jung und Alt bietet der Eibl-Jet in Türnitz. Die Gästefrequenz liegt aktuell zwar hinter der ersten Corona-Saison, aber dennoch etwa fünf Prozent über einem normalen Jahr, heißt es auf NÖN-Anfrage. Foto: Zauner
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Der Mix aus durchwachsenem Wetter und starker Konkurrenz durch Auslandsreisen hat bekannten Tagesausflugszielen im Sommer 2021 Gästeeinbußen beschert. Die NÖN hat die Details:

Ötscher-Basis Wienerbruck:

„Die Besucherzahlen der Sommermonate sehen wir heuer deutlich reduziert. Derzeit liegen wir rund 20 Prozent hinter dem langjährigen Schnitt, in Bezug auf das Rekordjahr 2020 ist der Unterschied noch mal etwas größer“, bestätigt Ötscher-Basis-Chef und Naturpark-Projektleiter Florian Schublach.

Die Gründe für den Gästerückgang seien vielfältig. „Wir gehen davon aus, dass viele Menschen, die 2020 ihre gewohnte Urlaubsreise ins Ausland nicht durchführen konnten, diese heuer nachgeholt haben. Auch spielt uns das Wetter des heurigen Sommers nicht wirklich in die Hände. Unsichere Vorhersagen und launisches Wetter scheinen vor allem die Entscheidungen von Tagesgästen stark zu beeinflussen“, analysiert Schublach.

Eibl-Jet Türnitz:

Ähnlich wie Schublach sieht die Lage Karl- Heinz Wieland, der Geschäftsführer der Türnitzer Sommer-Rodelbahn: „Es ist natürlich bemerkbar, dass man wieder ohne größere Aufwände ins benachbarte Ausland auf Urlaub fahren kann. Trotzdem konnten wir viele Gäste, die uns letztes Jahr das erste Mal besucht haben, heuer wieder begrüßen. Schlecht für die Besucherzahlen hat sich natürlich das schlechte Wetter Ende August niedergeschlagen.“

Die Gästefrequenz liege zwar hinter der ersten Corona-Saison, aber dennoch etwa fünf Prozent über einem normalen Jahr, rechnet Wieland zufrieden vor.

Gemeindealpe Mitterbach:

Ein wenig hinter den (Corona-bedingten) Rekordzahlen des Sommers 2020 hinterherzuhinken, bestätigt auch Niederösterreich- Bahnen-Sprecherin Sandra Schardinger. „Wir erleben hier denselben Effekt wie andere Tagesausflugsziele in Niederösterreich und Österreich. Es gibt noch keine Gruppenreisen – und vor allem ist das Reisen in andere Länder wieder möglich. Das haben viele Menschen in diesem Sommer genützt – und dann bleibt weniger Zeit für Ausflüge daheim“, begründet Schardinger.

Darüber hinaus sei die Gemeindealpe mit einer sehr wechselhaften und instabilen Witterung konfrontiert gewesen. „Und die Wettervorhersagen waren oft noch deutlich schlechter als das tatsächliche Wetter vor Ort“, bedauert Sandra Schardinger.

Annaberger Lifte:

Wenig Freude kommt auch bei Karl Weber, Geschäftsführer der Annaberger Lifte, auf: „Die zweite Corona-Sommersaison hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Im Juli hat man gemerkt, dass viele Menschen den Urlaub am Meer gesucht haben. Mit der Eröffnung von ‚Nikis Alm-Abenteuer‘ sind im August die Zahlen wieder gestiegen.“

Muckenkogel-Lift Lilienfeld:

„Leider hatten wir in den Sommermonaten um 1.500 Besucher weniger als im Jahr 2020“, bedauert Lifte-Geschäftsführer Christian Buxhofer. Die Ursachen liegen für ihn auf der Hand: „Wir hatten im Vergleichszeitraum fünf Tage mehr Schlechtwetter. Aber der Hauptgrund ist sicherlich, dass wieder mehr gereist werden kann als im Sommer 2020.“

Corona für Herbst als Unsicherheitsfaktor

Hoffen auf den Herbst: „Wir rechnen bei entsprechender Witterung mit einem starken Herbst“, glaubt Annabergs Lifte-Chef Karl Weber daran, noch einiges aufholen zu können. Noch optimistischer ist der Lilienfelder Kollege Christian Buxhofer für den Muckenkogel: „Mit einem schönen Herbst können wir die Zahlen aus dem Vorjahr übertreffen“.

Guter Dinge ist weiters Sandra Schardinger. „Abgerechnet wird zum Schluss. Wir hoffen nun auf einen ,goldenen Herbst‘ mit bestem Ausflugs- und Bergwetter“, so die Gemeindealpen-Sprecherin.

Die Zahlen des Vorjahres werde man wohl nicht erreichen, meint hingegen Naturpark-Projektleiter Florian Schublach: „Aber wir hoffen auf einen versöhnlichen Saisonausklang.“ Wenn das Wetter mitspiele, gehe er davon aus, dass Besucher und Einheimische die Angebote des Naturparks Ötscher-Tormäuer, der Naturparkgemeinden Annaberg, Mitterbach, Puchenstuben und Gaming oder der Partner, wie der Mariazellerbahn, nutzen werden.

Unsicherheit bringe für die nächsten Wochen jedenfalls Corona, weiß Florian Schublach: „Da es aus jetziger Sicht nicht vorhersehbar ist, welche Maßnahmen einzuhalten sind und wie sich das auf das Freizeitverhalten unserer BesucherInnen auswirkt.“ Oder, wie es Eibl-Jet-Chef Karl-Heinz Wieland formuliert: Der weitere Saisonverlauf hänge davon ab, „ob wir bis zum Saisonende in dieser Form überhaupt fahren dürfen.“

Einhaltung der Corona-Vorgaben: Die Ausflugsziele melden bisher nur vereinzelt Probleme. „Diskussionen hat es zeitweise wegen der 3G-Regel gegeben. Vor allem, weil wir uns ja zu 100 Prozent im Freien befinden. Das konnte aber in den meisten Fällen vorab am Telefon oder per E-Mail abgeklärt werden“, gibt Karl-Heinz Wieland ein Beispiel.

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