Hüttenwirtin hört nach zehn Jahren auf. Jutta Bollwein möchte sich nach einem Jahrzehnt auf der Lilienfelder Hütte verändern. Aufschrei ihrer Gäste ist groß.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 24. August 2018 (05:31)
Jutta, Lisa und Andreas Bollwein starten nach der Saison auf der Lilienfelder Hütte mit der Schmankerl Hittn durch
privat

Die Gäste kommen von überall her, denn der Muckenkogel ist als Ausflugsziel weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt. Erste Einkehr ist häufig die Lilienfelder Hütte, die seit fast zehn Jahren von Jutta Bollwein mit ihrem Team betrieben wird. Als letzte Woche der Alpenverein-Gebirgsverein die Suche nach einem neuen Pächter auf Facebook postete, war der Aufschrei bei den Gästen groß. Ab November wird Bollwein nicht mehr als Hüttenwirtin aktiv sein.

„Das freut mich natürlich schon. Es ist ein Kompliment, dass alles gepasst hat“, freut sich Bollwein. Die Entscheidung, die Pacht der Lilienfelder Hütte aufzugeben, sei ihr nicht leicht gefallen, eben weil es sowohl im Sommer als auch im Winter viele Stammgäste gebe, die regelmäßig kommen. Auch sie merkte, dass die Gäste teilweise geschockt über die Entscheidung sind. Grund dafür sind die Öffnungszeiten der Hütte. „Die ganzen zehn Jahre hatten wir jedes Wochenende offen. Jetzt möchte ich auch Zeit für die Familie haben“, betont Bollwein.

„Das freut mich natürlich schon. Es ist ein Kompliment, dass alles gepasst hat.“ Jutta Bollwein zu den Reaktionen ihrer Gäste

„Die Lilienfelder Hütte ist eine Schutzhütte der Kategorie I und sollte in der jeweiligen Saison durchgängig geöffnet haben. Davon hängen auch die Förderungen ab, ohne die die Schutzhütte nicht erhalten werden kann“, so Christian Schreiter, Vereinsmanager des Alpenverein-Gebirgsvereins. Aufgrund der besonderen Lage und der gastronomischen Konkurrenzsituation habe der Verein angeboten, wenigstens innerhalb von drei frei wählbaren Monaten, mit nur einem Ruhetag geöffnet zu halten.

Den Rest des Jahres wie bisher Donnerstag bis Sonntag. „Die Neuausschreibung erfolgte, weil Frau Bollwein nicht auf diese Bedingungen einsteigen wollte. Wir waren immer zufrieden mit der Zusammenarbeit. Sie ist eine gute und beliebte Wirtin“, betont Schreiter.

Weil Bollwein mit Ende Oktober aufhört, sucht der Alpenverein-Gebirtsverein einen neuen Pächter für eine langfristige Zusammenarbeit. „In den letzten Jahren wurde viel in die Hütte investiert, auch durch den Beitritt zur Wasser- und Abwassergenossenschaft Muckenkogel“, erklärt Schreiter. Der Verein habe seinen Fördergebern und Mitgliedern gegenüber eine große Verantwortung und müsse dementsprechend handeln: „Das geht aber nur gemeinsam mit dem Pächter.“

Bis zum Abschlusswochenende mit dem 26. Oktober gibt es noch einiges zu tun, einige Partien haben sich angekündigt. Und auch für danach hat Bollwein bereits neue Pläne. Sie übernimmt den ehemaligen Schnitzelwagen. „Damit werde ich als Juttas Schmankerlhütte im Bezirk Lilienfeld unterwegs sein“, freut sie sich schon jetzt.