Im Sattel durch die grüne Mark

Erstellt am 30. Juni 2022 | 16:07
Lesezeit: 3 Min
Quer durch die steirische Landschaft führte heuer die erste österreichische Rosswallfahrt.
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Es gibt kaum eine vergleichbare Veranstaltung in Österreich, bei der Kultur, Glaube und Liebe zum Pferdsport so gelebt werden wie bei der 1. Österreichischen Rosswallfahrt. Nach zwei Coronavirus-bedingten Verschiebungen ging diese 18. und 26. Juni in der Steiermark über die Bühne.

Heuer führte die anspruchsvolle, teilweise auch gebirgige Strecke, die Pferdefreunde quer durch die Steiermark von Mariazell über Niederalpl nach Turnau und Thörl, weiter nach Oberort (Tragöß), Maria Freienstein , St. Michael, St. Stefan ob Leoben, Maria Schnee auf der Gleinalm und Maria Lankowitz bis in die Heimat der Lipizzaner nach Piber. Erfreulich: Zahlreiche niederösterreichische Reiter waren dabei.

An den Tagesetappen in Mariazell am 18. Juni und in Maria Lankowitz / Piber am 25. Juni war es möglich, dass eine größere Gruppe von Reiter hoch zu Ross sowie Fahrer mit Gespannen teilnehmen konnte.

Organisiert und finanziell unterstützt wurde die Rosswallfahrt durch das Referat „Kultur und Pferd“ des Österreichischen Pferdesportverbandes (OEPS) unter der Leitung von Bundesreferent Otto Knoll; der steirische Landesverband hat für die Premierenveranstaltung als Veranstalter den Zuschlag bekommen.

„Mariazell als größter Wallfahrtsort Österreichs und das Jubiläum ,100 Jahre Bundesgestüt Piber‘ im Jahr 2020 waren die Entscheidungsgründe gewesen, um die 1. Österreichische Rosswallfahrt in der Steiermark im Jahr 2020 auszutragen“, schildert der Kulturbundesreferent des österreichischen Pferdesportverbandes, Kurt Otto Knoll. Doch die Pandemie erlaubte erst heuer die Durchführung.

Beim Auftakt in Mariazell ließen die Reiter eine alte Tradition hochleben: Einem alten und kaum mehr bekannten Brauchtum aus der Pferdewelt folgend, umritten sie drei Mal die Basilika. Die Rosswallfahrt war auch international: Der Abt von Einsiedeln in der Schweiz entsandte einen Gesandten zum Auftakt – zwar ohne Pferd – nach Mariazell. „Das Kloster Einsiedeln mit seinen Einsiedler Pferden ist das älteste Gestüt Europas. Das Gestüt Einsiedeln hat damit erstmals in seiner Geschichte offiziell einen Repräsentanten zu einer Pferdeveranstaltung nach Österreich entsendet“, führt Knoll weiter aus.

Der Österreichische Wallfahrtsbischof, Alois Schwarz, ein Kenner der christlichen Rosstraditionspflege, zelebrierte die feierliche Ross-Segnung auf dem Lambrechtsplatz nächst der Basilika und am Abend das Pontifikalamt in der Basilika.

„Einer der schönsten Erfolge ist es, Freude zu bereiten“

„Einer der schönsten Erfolge ist es, Freude zu bereiten“, betont Knoll, denn: Bei allen Stationen ist den Rosswallfahrern die Freude über ihr Kommen - vom Kleinkind bis zu den älteren Menschen - entgegengebracht worden. An allen Stationen wurden allen, die gekommen sind, zur Erinnerung kostenlos Abzeichen verliehen.

„Mit der 1. Österreichischen Rosswallfahrt ist es gelungen, neue Pferdefreunde zu gewinnen und einen breit aufgestellten Beitrag für die Gesellschaft geleistet zu haben. Die kulturelle Dimension des Pferdes eröffnet großartige Möglichkeiten mit Zukunft“, ist der Bundeskulturreferent überzeugt.

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