Maßnahmen: Verständnis, aber auch herbe Kritik aus Bezirk Lilienfeld

Wie reagiert die Lilienfelder Bezirkspolitik auf die Regierungsmaßnahmen? Bader (ÖVP) kann sich Impfpflicht vorstellen, Hafenecker (FPÖ) will sie bekämpfen. Fischer (SPÖ) vermisst rechtzeitige Aufklärung der Regierung über die Impfung im Sommer.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:02
Impfpflicht & Lockdown - Maßnahmen: Verständnis, aber auch herbe Kritik aus Bezirk Lilienfeld
Karl Bader, Christian Hafenecker und Christian Fischer (v. l.) beziehen Stellung.
Foto: privat

„Den Lockdown habe ich befürchtet, da die Neuinfektionen aufgrund der unerfreulichen Impfquote extrem hoch sind und die angespannte Situation in den Kliniken keine andere Wahl ließ. Der Gegner in der ganzen Diskussion ist nicht die Regierung, sind nicht ,die da oben‘, der Gegner ist ein Virus“, stellt ÖVP-Bezirksparteiobmann Karl Bader fest.

„Wir können uns wegen mangelnder Impfbereitschaft nicht weiter von Lockdown zu Lockdown hanteln!“ Karl Bader

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Karl Bader
privat

Klar ist für den ÖVP-Frontmann: „Wir können uns wegen mangelnder Impfbereitschaft nicht weiter von Lockdown zu Lockdown hanteln! Daher kann ich mir eine Impfpflicht, deren Grundlage eine breite parlamentarische Zustimmung sein muss, durchaus vorstellen.“

Die Gesellschaft sei bedroht, die Impfung wissenschaftlich geprüft. „Daher mein dringender Appell: Lassen Sie sich impfen und warten Sie nicht bis zum Beschluss der Impfpflicht“, betont Bader.

Hafenecker zeigt sich „entsetzt“

„Entsetzt“ zeigt sich FPÖ-Bezirkschef Christian Hafenecker: „Menschen per Strafandrohung dazu zu zwingen, sich einen nur bedingt zugelassenen und dürftig wirksamen Impfstoff spritzen zu lassen, ist eine Vergewaltigung der Grund- und Freiheitsrechte. Wir Freiheitlichen werden diesen Impfzwang und die Einsperr-Politik auf das Schärfste bekämpfen.“

In puncto Lockdown schlägt Hafenecker ebenso scharfe Töne an: Die türkis-grüne Bundesregierung gestehe damit, „sekundiert von der SPÖ, ihr Totalversagen ein“, poltert Hafenecker.

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Christian Hafenecker
privat

Und: „Wirtschaftlich und sozial fahren sie unser Land gegen die Wand, sperren die Menschen wieder ein und treiben den Keil noch tiefer in unsere Gesellschaft, indem Ungeimpfte völlig willkürlich zu Sündenböcken degradiert werden“, kritisiert der FPÖ-Chef ÖVP und Grüne.

Fischer-Kritik in Richtung Regierungsparteien

SPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Fischer hält fest: „Nachdem ich weder ein Virologe, noch ein Impfexperte bin, werde ich zum Thema Impfpflicht keine Stellungnahme abgeben.“

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Karl Bader, Christian Hafenecker und Christian Fischer (v. l.) beziehen Stellung.
Foto privat

Kritik gibt es in Richtung ÖVP und Grüne: „Anstatt die notwendige Aufklärung über die Impfung im Sommer zu forcieren, haben die Regierungsparteien das Budget der Impfkampagne um 90 Prozent gekürzt. Das war, soweit ich mich erinnern kann, die einzige Handlung der Bundesregierung im Sommer, was Corona betroffen hat“, so Fischer.

Hätte die Bundesregierung ihre Hausaufgaben gemacht, wäre der Lockdown mit Sicherheit zu vermeiden gewesen, betont Fischer: „Die neue ÖVP und die Grünen haben sich so lange widersprochen, bis sich kein Mensch mehr mit den ganzen Verordnungen ausgekannt hat. Ein Totalversagen der Bundesregierung!“

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