Gasthaus Lee wird in Eschenau abgerissen. Anstelle des Wirtshauses soll ein modernes Gemeindezentrum mit Veranstaltungssaal und Nahversorger entstehen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:24)
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Das Gasthaus Lee wird geschleift. Ein neues Gemeindezentrum mit Veranstaltungssaal soll hier künftig das Ortszentrum prägen.
Gemeinde Eschenau, Gemeinde Eschenau

Das Gasthaus Lee ist bald endgültig Geschichte. Der Abbruch ist in dieser Woche geplant.

Der Grund: Die Gemeinde erwarb das Gebäude. Das wurde im nicht öffentlichen Teil der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen. „Der Kauf wird aber erst nach dem Abbruch durch den Verkäufer wirksam“, erklärt Bürgermeister Alois Kaiser. Dort, wo einst das Dorfwirtshaus stand, ist nun ein Gemeindezentrum mit Veranstaltungshalle geplant. Der Anlass: Die fehlende Veranstaltungshalle ist seit Jahren ein schwelendes Problem im Ort. „Mit dem Zusperren des Gasthauses Wochner 2020 wurde dieses Problem noch verschärft, weil uns nun auch der kleine Festsaal im Lokal fehlte“, erzählt Kaiser. Die Gemeinde nutzte daher für Konzerte die Garage des Rotheauer Feuerwehrhauses oder es wurden diese als Open-Air auf dem Gemeindevorplatz durchgeführt. Ein Mal diente vor einigen Jahren sogar die Lagerhalle der Familie Wögerer in Prinzbach als Konzertsaal. Immer mehr zeigte sich, dass Eschenau einen neuen, am besten gemeindeeigenen Veranstaltungssaal braucht. Nur wo?

„Es wäre sicher für einen Gastronomen schwer gewesen, hier nur ein Wirtshaus zu führen.“ Ernst Moser, Verkäufer des Gasthauses Lee

„Da das ehemalige Gasthaus Lee leer stand, war es für uns naheliegend, mit den Besitzern des Gebäudes in Kontakt zu treten“, sagt Bürgermeister Alois Kaiser. Dieses gehörte Ernst Moser sowie Josef und Herta Pinkl-Moser. Sie stiegen auf das Angebot der Gemeinde ein. Zur Höhe des Kaufpreises möchten sich Gemeinde und Verkäufer bedeckt halten. „Es wurde aber ein Paket geschnürt, das für alle passt“, meint Ortschef Alois Kaiser.

Doch warum gleich der Abriss, anstatt das Gebäude zu sanieren? „Durch den jahrelangen Leerstand wurden die Räumlichkeiten unbrauchbar. Ein Abriss war unumgänglich“, begründet Kaiser die Maßnahme.

Denn die Glanzzeiten des Gasthauses Lee sind schon lange vorbei. Vor rund zwei Jahrzehnten wurde hier der Jägerball gefeiert oder es gab Konzerte. 2006 schloss der Betrieb seine Pforten. Zwei Pächter versuchten in den folgenden Jahren ihr Glück, doch bald hatte das Gasthaus wieder zu. Dann herrschte Stille. Bis zur Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Als in den folgenden Jahren bundesweit Unterkünfte für die Asylwerber dringend nötig waren, zogen hier 2017 die ersten Flüchtlinge ein. Rund eineinhalb Jahre fanden hier vorrangig Familien aus verschiedenen Ländern Unterkunft. „Wir hatten nie mit unseren neuen Mitbürgern Probleme“, erinnert sich Kaiser. 2019 wurde dann das Quartier stillgelegt; es war kein Bedarf mehr gegeben.

„Durch den jahrelangen Leerstand wurden die Räumlichkeiten unbrauchbar. Ein Abriss war unumgänglich“

An Stelle des Dorfwirtshauses entsteht ab 2022 eben ein Gemeindezentrum mit Veranstaltungshalle in Größe des einstigen Gasthofs. „Weiters überlegen wir, ob auch unser Nahversorger an diesen Standort verlegt werden soll“, berichtet Kaiser. Die jetzige Betreiberin geht bald in Pension; die Gemeinde möchte aber wieder eine Lebensmittelkette, die den Markt weiterführt. „Es wäre für einen Gastronomen sicher schwer gewesen, hier nur ein Wirtshaus zu führen“, meint Ernst Moser. Dass das Gemeindekonzept aufgeht, davon ist er überzeugt.

„Konkrete Planungen können natürlich erst nach dem völligen Abbruch der alten Liegenschaft erfolgen“, fügt Kaiser hinzu. Gemeinsam mit diesem Objekt erwarb die Gemeinde zudem den angeschlossenen Parkplatz. Außerdem hat die Kommune noch eine weitere Fläche mit Parkmöglichkeiten auf fünfzig Jahre gepachtet: Dem Bau eines neuen, modernen Gemeindezentrums mit fixem Veranstaltungssaal steht nichts mehr im Wege.

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