Neue Ausschreibung bringt weitere Pleite. Wieder keine Bewerbung in Lilienfeld für Kinderarzt-Stelle: Erstmalige Ausdehnung der Ausschreibung auf alle Bezirksgemeinden fruchtete auch nichts.

Von Markus Zauner. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:56)
Symbolbild. Foto: Shutterstock.com/Oksana Kuzmina
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43 (!) vergebliche Ausschreibungsrunden für die seit 1. Jänner 2017 vakante Kinderarztstelle im Bezirk: Das war das Ergebnis einer parlamentarischen Anfrage-Beantwortung durch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Jetzt steht fest: Auch die erstmals auf den gesamten Bezirk ausgedehnte Ausschreibung (insgesamt die 44.) ist im Sande verlaufen, wie Walter Sohler von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bestätigt. Es sei keine Bewerbung eingegangen.

Die Neuausschreibung ist bereits im Gange. Gesucht wird ein Facharzt für Kinder- und  Jugendheilkunde zu Mindestordinationszeiten von zehn Stunden an zwei Tagen die Woche. Während der Kassenvertrag in den ersten 43 Anläufen immer nur für einen Ordinationsstandort in der Stadt Lilienfeld angeboten wurde, wird in der 45. Ausschreibung erneut bezirksweit ausgeschrieben. Interessenten dürfen sich also in jeder beliebigen Bezirksgemeinde niederlassen. Wobei ÖGK-Sprecher Walter Sohler präzisiert: „Die Bewerbungsfrist der laufenden Runde bei der Ärztekammer für NÖ endet am 14. August.“

Die Ausdehnung der Ausschreibung auf den ganzen Bezirk ist für den Lilienfelder Bürgermeister Wolfgang Labenbacher (ÖVP) nicht automatisch die Lösung: „Das Problem liegt offenbar woanders. Wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor einigen Monaten festgestellt hat, ist an der Ärzteausbildung anzusetzen. Sollte sich doch eine Möglichkeit auftun, sind wir sofort bereit, uns positiv einzubringen.“ Als Stadtgemeinde Lilienfeld würde man einen Kinderarzt „herzlich in Lilienfeld willkommen heißen und nach Bedarf auch entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten geben“, kündigt Labenbacher an.