Das strafbare Ripperlgrillen. Über fahrlässiges Hantieren mit Feuer.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 15. April 2020 (03:57)

„So etwas ist eine völlig rücksichtslose, dumme, nicht beschreibbare Aktion, die Mensch, Tier und Forst unnötig gefährdet.“ Der Einsatzleiter der Feuerwehr St. Veit tat, nachdem „Brand aus“ gegeben werden konnte, seinem Unmut kund – und spricht damit auch vielen Nicht-Florianis aus der Seele.

Bis zu Redaktionsschluss noch unbekannte Personen entzündeten am St. Veiter Staff, unweit des Gipfelkreuzes, gemütlich ein Lagerfeuer und grillten Ripperl darauf. Nicht nur, dass es verboten ist, im Forst aus Jux und Tollerei ein Lagerfeuer zu machen, die seit 6. April aufgrund der Trockenheit der letzten Wochen geltende Waldbrandverordnung macht dies noch weit prekärer. Der Aufmerksamkeit von Wanderern ist es zu verdanken, dass diese das Feuer entdeckten.

Die ehrenamtlichen (!) Florianis mussten aufgrund der exponierten Brandstelle in voller Montur ihre schweren Gerätschaften zu Fuß auf den Berg schleppen. Die derzeit geltenden Covid-19-Vorgaben erschwerten die Situation noch mehr. Sie nahmen aber die Anstrengungen und die Gefahr auf sich, um eine etwaige Brandkatastrophe zu verhindern. Auch in Annaberg brannte der Wald. Dieser war rasch gelöscht. Wie schnell sich aber Flammen im trockenen Forst ausbreiten, davon zeugen die jüngsten Waldbrände im Bezirk Neunkirchen. Die „Staff-Griller“ handelten nicht nur fahrlässig, sondern auch feig. Sie suchten einfach das Weite. Werden sie ausgeforscht, wird ihnen mitunter „der Bissen im Hals stecken bleiben“, denn ihr Ripperlgrillen war nicht nur eine äußerst verantwortungslose, sondern auch strafbare Handlung.