Freiwilligkeit nicht bestrafen. Über die Urteilsfindung nach einem Wanderunfall am Muckenkogel.

Von Markus Zauner. Erstellt am 18. Juni 2019 (03:59)

Sonnenschein am Berg, dunkle Wolken über dem Fremdenverkehrsverein (FVV) Lilienfeld: Während als Folge der Klage eines abgestürzten Wanderers gegen den FVV bei Kaiserwetter nun ein Lokalaugenschein am Muckenkogel stattfand, wird die Causa zusehends zur Gedulds- und Belastungsprobe für die freiwilligen Helfer. Seit über einem Jahr warten sie nun auf Urteil.

Ein Urteil, das darüber befinden muss, ob die Vereinsmitglieder grob fahrlässig gehandelt haben, weil ein Geländer am Berg gebrochen und der Wanderer in die Tiefe gestürzt war. Und ein Urteil, das entscheidet, ob der Verein tausende Euro Schmerzensgeld blechen muss.

Kaum eine Woche vergeht, in der die Helfer nicht ihre Freizeit für die Wegerhaltung am Muckenkogel opfern — auch jetzt, trotz des Damoklesschwertes einer möglichen Verurteilung. Das verdient Respekt. Und: Schnell haben die Mühlen der Justiz bis dato nicht gemahlen. Bleibt die Hoffnung auf ein faires Urteil, das Freiwilligkeit nicht bestraft.