Signalwirkung für ganzes Land. Über das Wanderunfallurteil vom Muckenkogel.

Von Markus Zauner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:26)

Das ist starker Tobak: Die letzte Instanz hat die freiwilligen Helfer des Fremdenverkehrsvereins (FVV) Lilienfeld zum Zahlen von 3.800 Euro Schmerzensgeld und 1.700 Euro Verfahrenskosten verdonnert. Das Ganze, weil am Muckenkogel ein Geländer gebrochen und ein Wanderer abgestürzt war.

Rund 100 Kilometer lang ist das Wegenetz, das die Freiwilligen des FVV in Lilienfeld betreuen. Jahr für Jahr werden für Pflege und Instandhaltung zig Stunden kostenlos geleistet. Um das Wandergebiet für Einheimische und Touristen attraktiv zu halten. Als Dank dafür nun dieses Gerichtsurteil. Erschwerend hinzu kommt noch das Fehlen eines verbindlichen Regelwerkes für den Wegebau, das etwa vorgeben könnte, wie Geländer richtig zu montieren sind.

Der Frust bei den Helfern sitzt klarerweise tief: Warum gratis für die Allgemeinheit arbeiten, wenn man bei Wanderunfällen dann auch noch zur Kasse gebeten wird? Getreu diesem Motto hat das Muckenkogel-Urteil Signalwirkung für das ganze Land.