Lienharts fast perfekte Saison. Über den Lilienfelder in der Deutschen Bundesliga im „Corona-Jahr“.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:18)

Es wäre eine perfekte Saison für Philipp Lienhart möglich gewesen, wenn es da nicht diese eine Aktion am drittletzten Spieltag gegeben hätte. Er vergab gegen Wolfsburg aus fünf Metern. Damit war die Chance auf einen Europacupplatz für seinen SC Freiburg dahin. Sonst machte der Lilienfelder in der eben abgelaufenen Saison am Feld aber alles richtig. Erstmals in der Klubgeschichte lagen die Breisgauer daher in allen Runden der Deutschen Bundesliga im einstelligen Bereich.

Beim abschließenden Spiel gegen die krisengeschüttelten Schalker gaben die Freiburger nochmals alles. Während Dortmund (0:4 gegen Hoffenheim) oder der 1. FC Köln (1:6 in Bremen) am Saisonende blamabel auftraten, war auch dieses Spiel für Lienhart und Co. eine Frage der Ehre. Das Führungstor beim 4:0-Sieg leitete Lienhart mit einem Diagonalball ideal ein.

Dass in Freiburg nur Spieler mit Charakter am Werk sind, ist Langzeittrainer Christian Streich geschuldet. Dem sind die Auswüchse der Kommerzialisierung im Fußball ein Dorn im Auge. Wer durch seine Schule geht, muss am Boden bleiben — wie Lienhart! Belohnt werden die Freiburger aber mit einem neuen Stadion, das viele Stehplätze hat, die hoffentlich auch benützt werden dürfen. Denn noch eine Saison mit Geisterspielen, diese Strafe hätten sich Lienhart und Co. nicht verdient.