Wer im Glashaus sitzt, soll nicht .... Nadja Straubinger über das Messen mit zweierlei Maß.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 12. Februar 2019 (04:07)

Es klingt wie eine Posse. FP-Politiker Christian Hafenecker wirft dem Hohenberger SP-Bürgermeister Heinz Preus eine „ungeheuerliche Entgleisung“ vor. Preus hatte gepoltert: „Soll es wieder soweit kommen, dass man Menschen verstecken muss, weil sie sonst vertrieben werden?“ Grund dafür war die drohende Abschiebung einer tschetschenischen Familie in Hohenberg. Jetzt kritisiert Hafenecker, dass der Bürgermeister ein rechtsstaatliches Verfahren mit der Vertreibung von Menschen in einem Terrorregime aus der dunkelsten Zeit der Geschichte vergleicht. Die Zurufe des Bürgermeisters seien fehl am Platz.

Es mag schon sein, dass die Worte von Preus nicht die feine Klinge, sondern eher ein Hieb mit dem Bihänder waren. Aber gerade vom Politiker einer Partei, die es oft nicht schafft, die feine Klinge zu führen, klingt das aufgesetzt. Erst vor eineinhalb Jahren bezeichnete Hafenecker zwei Jugendliche, die nicht verurteilt waren, als Jungterroristen. Daher bietet sich als Titel der Traisental-Posse an: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.