Mariazeller Museum: Heimathaus mit Tracht fördern. Mariazeller Museum wird durch spezielle Kollektion des Kaufhauses Arzberger unterstützt. 72.000 Euro bereits aufgebracht.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 02. August 2020 (03:08)
Die Präsentation des Mariazeller Jägerleinen-Jankers für Damen nahm Gabi Arzberger in Anwesenheit von Vizebürgermeister Walter Schweighofer (l.), Heimathaus-Obmann Andreas Schweighofer (3. v. r.) und Hausherr Gerald Siegmund (2. v. r.) in der Jagdvilla Krupp vor.
Kuss

„Heimat zum Anziehen“ nennt sich eine Trachtenlinie mit Mustern aus alten Originalen, welche aus österreichischen oder bayrischen Stoffen von einer österreichischen Näherei gefertigt wird. Mit dieser Kollektion unterstützt das Kaufhaus Arzberger das Mariazeller Heimathaus. Mittlerweile fanden rund 600 Teile ihre Abnehmer. So konnte das Museum mit an die 72.000 Euro unterstützt werden.

„Die Aktion ist nicht nur ein wertvoller finanzieller Baustein, sondern soll auch die einheimische Bevölkerung und die vielen Mariazell-Fans einbinden“, begründet Heimathaus-Obmann Andreas Schweighofer die Kooperation. Jedes Kleidungsstück enthält ein eingenähtes Holzschild, in das der Name des Eigentümers und eine fortlaufende Nummer eingebrannt ist. 120 Euro des Kaufpreises gehen an das Heimathaus. Mit einer personalisierten, handgeschriebenen Urkunde danken das Mariazeller Heimathaus und Familie Arzberger für den Kauf.

„Heimat zum Anziehen“

Die Präsentation der jüngsten, fünften Kreation – des Mariazeller Jägerleinen-Jankers für Damen – fand wegen der Corona-Schutzmaßnahmen an einem ganz besonderen Ort statt. Die Jagdvilla der Industriellenfamilie Krupp am Hubertussee in der Walstern wurde exklusiv für die geladenen Gäste geöffnet. Nahezu das gesamte Erdgeschoß des denkmalgeschützten Gebäudes war den Besuchern zugänglich, darunter auch der Salon mit dem eindrucksvollen Porträt von Margret Krupp, welche 1920 verstorben ist, der Speisesaal und das Billardzimmer.

„Margret und Arthur Krupp sind für ihr höchst soziales Unternehmertum in der Walstern und in Berndorf bekannt“, weiß Andreas Schweighofer. In der legendären, historischen Jägerhalle erläuterte Hausherr Gerald Siegmund die Geschichte des Anwesens. Danach wurde von Gabi Arzberger in bewährt kurzweiliger Weise das neue Modell mit seinen zahlreichen Details vorgestellt. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte ein Quartett der Jagdhornbläsergruppe Mariazell.

Bis 30. September werden übrigens jeden Mittwoch um 14 Uhr und jeden Freitag um 10 Uhr Führungen durch das Heimathaus angeboten. Ohne Führung ist die Besichtigung des inkludierten neuen Naturkundemuseums donnerstags und samstags von 17 bis 19 Uhr möglich. Im Vorjahr in Betrieb genommen, gewährt das interaktive Naturkundemuseum mit Vogelquiz und Duftstationen einen Einblick in die Vielfalt der Fauna und Flora sowie die frühe Geschichte des Wallfahrtsortes. Exponate wie römische Münzen, Gegenstände der Keltenzeit oder Höhlenfunde zeugen von der anfänglichen Besiedlung.