Claudia Marton: Hainfelderin mit feiner Hand fürs Zerbrechliche

Erstellt am 26. November 2022 | 05:39
Lesezeit: 3 Min
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Glasbaukunst ist die Berufung der Hainfelderin Claudia Marton. Ihr Können ist bei Sanierungen historischer Gebäude gefragt.
Foto: Meisterstrasse OG
Claudia Martons Glaskunst ist gefragt – zuletzt erst in der Pfarrkirche Lackenhof.
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Seit über zwei Generationen wird der Hainfelder Glasmeister-Betrieb „Glas Marton“ geführt. Glaskünstlerin Claudia Marton hat während ihrer beruflichen Laufbahn bereits an zahlreichen, herausfordernden Projekten mitarbeiten dürfen – und immer wieder kommen neue, besondere hinzu. So wie zuletzt.

„Das Reduzieren auf das Wesentliche mit technischem Know-how war uns sehr wichtig.“ claudia marton Glaskünstlerin aus Hainfeld

Da stand eine Kirchensanierung der Pfarrkirche Lackenhof im Bezirk Scheibbs an. Aufgabe der Glaserin war es dabei, die liturgische Neugestaltung des Altarraums und die Restaurierung der Beilagefenster vorzunehmen. „Pfarrer Franz Trondl bat mich seit 2019 hier mitzuwirken“, erzählt Marton und sagt, dass es für sie eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe darstellt, „historisches Kulturgut mit der heutigen Formensprache und Symbolik zu vereinen“.

Mit Holz aus der Region und Glas in Schmelzglastechnik gestaltete Marton mit Architekt Joseph Hofmarcher den Altar, den Ambo, das Glaskreuz und ein Pflanzgefäß. „Das Reduzieren auf das Wesentliche mit technischem Know-how war uns sehr wichtig“, hebt Marton hervor und gesteht, dass sowohl die Holzarbeit als auch die Arbeit mit Glas „meisterlich herausfordernd war“.

 

Wenn die Leidenschaft zum Beruf wird

Claudia Marton war bereits sehr früh bewusst, dass sie künstlerisch tätig sein wollte. Seit ihren Kindertagen zeichnete sie und begann schon im Alter von 14 Jahren ihre Ausbildung als Glasermeisterin in der Tiroler Glasfachschule. Auch ihre Tochter arbeitet inzwischen als Jungglasermeisterin im Familienbetrieb mit, der ursprünglich als Bauverglasungsunternehmen von Claudia Martons Eltern gegründet worden war.

Die Glasermeisterin ist sehr leidenschaftlich, was ihre Berufung angeht: „Die Herausforderung und der Wunsch Glasbautechnik mit Glasveredelungstechniken zu kombinieren, hat mich von je her fasziniert“, so die Künstlerin und erzählt weiter: „Die Restaurierungsarbeiten historischer Verglasungen begleiten mich schon ein Leben lang und sind für mich immer eine Herzensangelegenheit gewesen.“

Handgefertigtes, Mundgeblasenes sowie Echtantikglas besitzen für Marton aufgrund ihrer Struktur und Farbenvielfalt eine ganz besondere Lebendigkeit.

„In unserer Firma hatte ich als erstes Projekt die sixtinische Madonna in der Kirche im ehemaligen Altersheim in Baden“, erinnert sie sich. Auch im nächsten Jahr hat sie „wieder ein Mausoleum, ein aufwendiges Projekt, in Aussicht“. Die renommierte Glaskünstlerin erklärt, dass es in der Glaskunst viele Techniken gibt, die jahrelange Erfahrung und ein feines Gespür für Farben verlangen.

„Der Beruf des Glasers hat viele Facetten – vom technischen bis zum kreativen Bereich. Auch geht es um Energiesparen, barrierefreies und gesundes Bauen. Hier sind gute Leute mit konstruktivem oder handwerklichem Können gefragt. Interesse ist Grundvoraussetzung“, führt sie aus. „Der Beruf des Glasbautechnikers ist kein einfacher“, betont Marton. Doch sie ist überzeugt, dass dieses alte Gewerbe weiterhin ein abwechslungsreicher Job mit Zukunft ist.

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