Hainfeldmuseum kauft 350 alte Bierkrüge. Der Privatbesitz von Johann Hasenauer gehört jetzt Hainfeld. Museum historischer Bierkrüge besteht somit weiter.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:30)
Kulturstadträtin Anita Zehetmayer präsentiert den „Kurfürstenkrug“ (links) und die „Ringschenkkanne“ (rechts), Bürgermeister Albert Pitterle den „Gambrinuskrug“ (links) sowie den „Kurfürstenkrug“ (rechts).
Thomas Schweiger/Stadtgemeinde Hainfeld

Das Hainfeldmuseum und das Museum historischer Bierkrüge sind beide in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bezirksgerichtes untergebracht. Beide Einrichtungen sind mittlerweile eng verbunden. Besucher besichtigen gerne beide Museen. Daher hat die Stadtgemeinde Hainfeld die Bierkrüge aus der Verlassenschaft ihres Besitzers, Johann Hasenauer, gekauft. 17.000 Euro wurden dafür investiert.

„So können wir den Besuchern des Hainfeldmuseums auch weiterhin die Möglichkeit bieten, beide Museen zu besichtigen. Das Museum historischer Bierkrüge verfügt über seltene, wirklich sehenswerte Exponate aus verschiedenen Epochen“, begründet Albert Pitterle die Investition, die hohen historischen Wert hat. Rund 350 Krüge aus der Zeit von 1500 bis 1950 können im Museum historischer Bierkrüge von den Besuchern bestaunt werden.

Vom „Gambrinus-“ bis zum „Kurfürstenkrug“

Sie sind kulturhistorisch nach berühmten Manufakturen und Künstlern aufbereitet und erzählen interessante Details über ihren Nutzer- und Verwendungszweck. Die Exponate sind alle aus der Privatsammlung von Johann Hasenauer, die im Laufe der letzten 40 Jahre entstanden ist. Er verstarb Anfang Jänner 2016 im Alter von nur 62 Jahren. Zuvor führte er das Museum historischer Bierkrüge mit großem Engagement. 2004 machte Hasenauer erstmals mit einer Ausstellung im Biermuseum in der Burg Laa an der Thaya seine Privatsammlung publik. 2006 gründete er dann in Hainfeld sein Privatmuseum. Seine Ambition war es, zu zeigen, aus welchen Trinkgefäßen Menschen verschiedenster sozialer Herkunft in den vergangenen Jahrhunderten Bier tranken.

„Das Museum historischer Bierkrüge ist das einzige dieser Art in Österreich. Man kann es auch mit der NÖ-Card besuchen“

Doch Bierkrüge dienten nicht nur dem Genuss, sondern wurden meist aufwendig künstlerisch gestaltet und verziert. „Im Museum gibt es seltene Exponate, wie den „Gambrinuskrug“ aus dem 19. Jahrhundert. „Gambrinus ist der fiktive König des Bieres, als Gegenstück zu Bachus, dem Gott des Weines“, erklärt Kulturstadträtin Anita Zehetmayer. Ebenso aus dieser Zeit stammt der „Sixburger Schnelle“, ein Krug aus Elfenbeinsteinzeug. Der „Kurfürstenkrug“ stellt indes die im 19. Jahrhundert bekanntesten Kurfürstentümer im heutigen Deutschland dar, die Ringschenkkanne hingegen ist aus Westerwälder Ton gebrannt. Das Museum historischer Bierkrüge befindet sich übrigens in Nachbarschaft zur traditionsreichen Brauerei Hainfeld, die 1757 gegründet wurde. Auch das Lokal „Braustüberl“ ist in der Nähe.